Tennis : Für BW gibt es nichts zu holen

Nicht einen Satzgewinn brachte Tennis-Bundesligist TC Blau-Weiss Neuss gestern bei seiner 0:6-Niederlage gegen den Deutschen Mannschaftsmeister Kurhaus Aachen zustande. Teamchef Marc Raffel hatte das kommen sehen: "Die Punkte zum Ligaverbleib holen wir woanders"

Das war rekordverdächtig: Nicht einmal drei Stunden dauerte es, bis das gestrige dritte Heimspiel des TC Blau-Weiss Neuss in der laufenden Saison der Tennis-Bundesliga zugunsten der Gäste entschieden war: Punkt 14.04 Uhr fuhr Florian Mayer vor 700 Zuschauern an der Jahnstraße den entscheidenden vierten Punkt für Kurhaus Lambertz Aachen durch einen 6:3, 6:1-Sieg über Jesse Huta Galung ein.

Stefan Seifert und Jochen Hierl. Foto: Woitschützke, Andreas

Anderthalb Stunden später war das höchst einseitige Match endgültig zugunsten des Titelverteidigers entschieden, der mit dem glatten 6:0 seine Chancen wahrte, im "Finale" am letzten Spieltag (12. August) auf heimischer Asche gegen Tabellenführer Blau-Weiss Halle zum vierten Male Deutscher Mannschaftsmeister zu werden.

"Das Ergebnis geht so in Ordnung, wir waren chancenlos", gestand der Neusser Teamchef Marc Raffel nach dem ersten "salto nullo" seiner Mannen in dieser Saison ein. Was hätte er auch anders sagen sollen? Keinen einzigen Satz konnten die Neusser, die gestern die Nummern sechs, sieben, 13 und 14 ihrer Kaderliste aufgeboten hatten, gegen die Nummern zwei, sieben, acht und 13 der Aachener auf ihrer Habenseite verbuchen. Nach den Einzeln lautete das Spielverhältnis 22:48 aus Sicht der Gastgeber, nach den angesichts des 4:0-Zwischenstandes ohnehin bedeutungslosen Doppeln stand ein an sich deprimierendes 27:72 auf dem Spielberichtsbogen.

Raffel indes nahm das Debakel wenig tragisch: "Ein bisschen weniger deutlich wäre schöner gewesen, aber angesichts unserer Aufstellung war nichts anderes zu erwarten." Schließlich bot er den beiden Nachwuchsspielern Max Hertl (19) und David Eisenzapf (17) die "Chance, sich vor heimischem Publikum zu bewähren". Was Hertl beim 4:6, 4:6 gegen den fünf jahre älteren Daniel Brands noch am besten gelang. David Eisenzapf musste sich dem auch mal an der Jahnstraße unter Vertrag gestandenen Julian Reister (26) mit 3:6. 0:6 geschlagen geben.

Am ehesten am Satz- oder sogar Punktgewinn schnupperte Stefan Seifert bei seinem 3:6, 4:6 gegen Matthias Bachinger. Das Jesse Huta Galung mit 3:6. 1:6 gegen Florian Mayer seine zweite Saisonniederlage kassierte, nahm Raffel dem Niederländer nicht krumm: "Florian Mayer ist 24. der Weltrangliste und er hat hinterher selbst gesagt, er hätte richtig gut gespielt."

Boden im Kampf gegen den Abstieg haben die Neusser durch das 0:6 jedenfalls nicht verloren: "Die Entscheidung fällt sowieso in den direkten Duellen mit Krefeld und Nürnberg", glaubt Raffel, "da brauchen wir noch ein Unentschieden oder besser noch einen Sieg."

(NGZ)