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Korschenbroich: Fünftklässler für den Straßenverkehr gerüstet

Korschenbroich : Fünftklässler für den Straßenverkehr gerüstet

Bei einer Aufklärungsaktion des Vereins "Transportbotschafter" und der Kreispolizeibehörde Neuss wurden rund 100 Schülern des Gymnasium Korschenbroich wichtige Verkehrstipps vermittelt.

Claus Zimmermann kennt die Gefahren nur zu gut. "Wenn Kinder in die weiterführende Schule kommen, werden die Schulwege oft länger. Viele sind zudem mit dem Fahrrad unterwegs", sagte der Polizeihauptkommissar. Laut des 59-Jährigen ist es deshalb umso wichtiger, die jungen Verkehrsteilnehmer über die lauernden Gefahren auf den Straßen aufzuklären.

Gemeinsam mit dem Verein "Transportbotschafter" wurde der Plan auf dem Schulhof des Gymnasiums Korschenbroich nun in die Tat umgesetzt. "Gerade wegen toter Winkel entstehen häufig schwere Unfälle mit Verletzten und auch Toten", sagte Jochen Dieckmann von den "Transportbotschaftern". Nachdem das Thema bereits im vierten Schuljahr im Rahmen der Radfahrausbildung theoretisch behandelt wurde, wartete nun die Praxis auf die Fünftklässler des Gymnasiums. Die Experten veranschaulichten die Gefahrenzonen an einem ganz besonderen Schmuckstück. "Das ist ein amerikanischer Truck. Der König der Straße, ein absoluter Eyecatcher", schwärmte Jochen Dieckmann, der seit seinem 18. Lebensjahr Lkw fährt und bereits weit über eine Million Kilometer mit den Lastern zurückgelegt hat. Er verfasste zudem ein Buch über das Thema "tote Winkel".

Schon in der Pause betrachteten die Schüler den 500-PS-Truck mit großen Augen. Doch nicht die Optik stand an diesem Mittag im Vordergrund, sondern die Gefahren, die mit so einem Ungetüm verbunden sind. Zunächst wurde den Schülern erklärt, dass es nicht nur einen, sondern insgesamt vier tote Winkel rund um den Lkw gibt – die beiden Bereiche neben und unmittelbar vor dem Fahrzeug. Damit die Schüler die Gefahrenbereiche aus eigener Sicht erkennen und somit besser begreifen konnten, durfte sich jedes Kind einmal auf den Fahrersitz des blauen Luxus-Trucks setzen und durch die Windschutzscheibe sowie in die Außenspiegel gucken. "Wenn ihr den Fahrer im Seitenspiegel sehen könnt, dann kann er euch auch sehen", klärte Dieckmann die Kinder auf. Ein wichtiger Tipp.

Eva (10) und Maxim (10) lauschten gespannt den Worten des Experten. "Ich fahre immer mit dem Fahrrad zur Schule. Heute habe ich gelernt, dass es vier tote Winkel gibt", sagte Maxim. Eva nickte zustimmend und versicherte: "Ich werde gerade bei Ampeln und Kreuzungen jetzt besser aufpassen."

Was passieren kann, wenn die Gefahrenzonen nicht bekannt sind, hat ein guter Bekannter von Ulrich Kuhlen, zuständig für die Jugendverkehrsschule, erfahren müssen. "Der Sohn eines guten Bekannten von mir wurde an einer Kreuzung von einem Betonmischer erfasst und starb noch an der Unfallstelle. Der Fahrer hatte ihn an der Kreuzung einfach nicht gesehen", erzählt der Kreisangestellte.

(NGZ)