Fünf Bundesligisten beim Neusser U14-Fußballturnier

Neuss : Fünf Bundesligisten beim Novesia-Cup

Auf der Neusser Ludwig-Wolker-Anlage kickt am Sonntag zum 19. Mal der prominente Fußball-Nachwuchs.

Im – zugegebenermaßen nicht gerade üppig gefüllten – Neusser Fußballkalender gehört er fest dazu und auch dieses Mal ist er stark besetzt: Die 19. Auflage des Novesia-Cups bringt am Sonntag auf der Ludwig-Wolker-Anlage acht U14-Fußballteams zusammen. „Ein vergleichbares Turnier gibt es im Rhein-Kreis nicht“, sagt der Fußballkreisvorsitzende Dirk Gärtner. In Borussia Mönchengladbach, Bayer Leverkusen, Fortuna Düsseldorf, Eintracht Frankfurt und Hannover 96 nehmen immerhin der Nachwuchs fünf aktueller Bundesligisten teil. Das Feld komplettieren der Royal Antwerpen FC aus Belgien, die Neusser Stadtauswahl sowie eine Regionalauswahl des DFB-Stützpunktes Rhein-Kreis.

„Die Auslosung verspricht eine spannende Vorrunde“, glaubt Organisator Dr. Klaus Vossen, der auf der Anlage in den vergangenen Jahrzehnten nach eigener Zählung bislang 39 Vereine aus 16 Nationen und zahlreiche spätere Stars begrüßen durfte. Sportlicher Erfolg ist dabei aber nicht das ausschlaggebende Kriterium, um das es ihm geht: „Spaß am Spiel, Freude an der Bewegung und Kameradschaft. Trotz aller sportlicher Klasse war das Turnier immer ein Ort der Jugendbegegnungen und auch der Freundschaften.“ Das Turnier, das gemeinsam mit dem Stadtsportverband und zum zweiten Mal auch mit der Internationalen Schule (ISR) ausgerichtet wird, sehen die Veranstalter vor allem als Begegnungsstätte.

Bei der Pressekonferenz in der ISR erklärt Helmut Jungheim, Leiter des Nachwuchsleistungszentrums (NLZ) von Bayer Leverkusen, was ihn an dem Turnier reizt: „Gerade die U14 ist eigentlich der spannendste Altersbereich. Das ist nämlich die Stufe, in der die meisten Spieler in ein NLZ wechseln.“ Also genau der Bereich, in dem die Arbeit für ihn und die Jugendtrainer in den Profivereinen richtig losgeht. „Die allermeisten Jungs kommen aus kleinen Vereinen und haben mal ganz klein angefangen. Auch bei solchen Turnieren sind immer mal wieder Talente dabei, auch wenn sie noch nicht bei einem großen Klub spielen.“ Eine spezielle Vorbereitung auf so ein Turnier gebe es allerdings nicht: „Unsere Trainer sind so geschult, dass sie die Spieler nicht auf einen Gegner oder ein Turnier ausrichten sollen. Wir machen keine Vorbereitung, sondern Ausbildung.“

Die bisher als Kreisauswahl aufgetretene Mannschaft existiert in dieser Form nicht mehr, sie ist nun eine Regionalauswahl am in Norf angesiedelten Neusser DFB-Stützpunkt. Ihr gehören neben den besten Talenten des Rhein-Kreises auch Spieler aus Krefeld und ab September Solingen an. Diese Zentralisierung soll das Niveau erhöhen. „Die Aufgabe einer Kreisauswahl ist es, die Spieler in Nachwuchsleistungszentren zu bringen“, erklärt Dirk Gärtner. Genau wie die Neusser Stadtauswahl, der aktuell Spieler aus sieben Vereinen angehören, wird sie als krasser Außenseiter in das Turnier gehen. „Für unsere Spieler ist es aber schon ein absolutes Highlight, mal gegen den Bundesliga-Nachwuchs kicken zu dürfen“, sagt Hans-Peter Gummersbach, der die Stadtauswahl betreut. Aus dem heimischen Jugendfußball würde sich Wilhelm Fuchs, Vorsitzender des Stadtsportverbands, über mehr Teilnahme freuen: „Wir haben auch in diesem Jahr wieder die Jugendleiter aller Vereine eingeladen.“ Die hielt sich in den vergangenen Jahren meist in Grenzen. Geschäftsführer Gösta Müller ergänzt: „So ein Turnier ist auch für Trainer und Jugendmannschaften eine gute Möglichkeit, zu sehen, wie bei großen Vereinen gearbeitet wird.“

Bereits am Samstag steigt auf der Anlage des PSV Neuss am Stadtwald von 11 bis 15 Uhr der von Yasar Calik ins Leben gerufene Sportintegrationstag. Karsten Baumann, Fußballtrainer und Sportlehrer an der ISR, sagt: „Gerade an unserer Schule, aber auch sonst überall in der Stadt haben wir Kinder aus vielen Nationen. Und wie kann man junge Menschen besser zusammenbringen und integrieren als mit dem Sport?“ So ist neben Fußball auch die Vorstellung von Sportarten wie Baseball, Rugby und Cricket geplant, das Deutsche Sportabzeichen kann abgelegt werden und es gibt internationales Essen. „Alle Kinder und Familien sind bei uns herzlich eingeladen“, sagt Calik.

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