Fußball: FSV Vatan darf nicht im Finale spielen

Fußball : FSV Vatan darf nicht im Finale spielen

Der Fußballkreis 5 Grevenbroich/Neuss hat entschieden: Die Endrunde der Kreishallenmeisterschaft am Sonntag in Dormagen findet endgültig ohne den B-Kreisligisten statt. Das können selbst die Konkurrenten nicht nachvollziehen.

Es bleibt dabei, der FSV Vatan ist bei der Kreishallenmeisterschaft am Sonntag im TSV-Sportcenter in Dormagen nur als Zuschauer willkommen. "Wir ziehen das jetzt so durch", stellt Kreisvorsitzender Hermann-Josef Koch klar.

Weil Fans des VfR Neuss im Halbfinale der Vorrunden-Gruppe H gegen den B-Kreisligisten das Feld gestürmt hatten, war am vergangenen Sonntag in Zons nicht nur das Spiel, sondern auch das Turnier abgebrochen worden. Kreisfußballobmann Herbert Schumacher hatte daraufhin noch vor Ort den bereits im Finale stehenden TSV Bayer Dormagen zum Turniersieger erklärt. Dabei betonte er jedoch ausdrücklich, dass den FSV keine Schuld träfe. Am Montagabend hatte der Kreisvorstand um Koch darum nach Möglichkeiten gesucht, wie dem vor allem mit türkischen Spielern bestückten Klub Gerechtigkeit widerfahren könnte. Ein dem Endturnier vorangestelltes Entscheidungsspiel gegen Bayer Dormagen stand genauso im Raum wie die Ausweitung der Endrunde auf neun Teams.

Diesen Weg hielt das Führungsgremium mit dem Hinweis auf die Statuten indes für nicht gangbar. "Das ist ein schwebendes Verfahren", erklärt Koch. Nach Auswertung aller Fakten und besonders des von Schiedsrichter Tim Brüster angefertigten Sonderberichts habe darüber die Kreisspruchkammer in ihrer voraussichtlich für den 28. Januar anzusetzenden Sitzung zu befinden. Koch vorsichtig: "Vor dem Abbruch gab es einige Situationen, darunter Zeitstrafen für Vatan, die die Kammer zu dem Ergebnis führen könnten, dass dem FSV in gewisser Weise eine kleine Mitschuld angelastet werden könnte."

Tansel Ciftci, Vorsitzender des FSV Vatan, hatte diese Entwicklung schon vorausgesehen: "Wir sind immer der Buhmann! Wenn was passiert, sind wir immer schuldig. Man will uns diesen Entschluss jetzt ja noch nicht mal schriftlich geben." Und seine Frage nach einer möglichen Entschädigung — für Platz acht bei der Endrunde gibt es noch 50 Euro, die Eintrittsgelder werden unter den beteiligten Klubs aufgeteilt — habe nur für Gelächter gesorgt.

Der Einwand Kochs, eine Ausweitung des Turniers auf neun Mannschaften würde bei den Konkurrenten auf Widerstand stoßen, lässt sich derweil nicht halten. So sagt Carlos Perez, Trainer des TSV Bayer Dormagen: "Ein Entscheidungsspiel gegen Vatan vor dem Turnier wäre albern gewesen, das hätten wir nicht gemacht. Ich hätte es aber begrüßt, wenn auch die Vataner dabei gewesen wären. Ein Spiel mehr, das sollte zu schaffen sein. Und Hauptschuldiger ist ja der VfR Neuss."

Auch Rainer Kottirre, Geschäftsführer des als Ausrichter tätigen VdS Nievenheim, hätte keine Probleme mit Vatan gehabt, "zumal wir in Varol Besikoglu einen türkischen Trainer haben". Mit Blick auf den Spielplan, "der wäre natürlich durcheinandergeraten", kann er die Entscheidung des Kreisvorstands zwar verstehen, "ob sie glücklich ist, lasse ich mal dahingestellt." Klar Position bezieht Ingmar Putz. Der Coach des Titelverteidigers SV Uedesheim vermisst in dieser heiklen Situation das nötige Fingerspitzengefühl und glaubt nicht, "dass die Entscheidung genauso ausgefallen wäre, wenn wir oder der SC Kapellen gegen den VfR Neuss 20 Sekunden vor Schluss mit 3:2 geführt hätten".

Ciftci kündigt an: "Am Sonntag sind wir mit der gesamten Mannschaft in der Halle — und werden hinterher dem Sieger gratulieren ..."

(NGZ/jco/url)