Jüchen : Frostschäden beim Getreide

Der Frühling bringt Arbeit für die Bauern: Rüben sind gepflanzt, Kartoffeln folgen. Drei Jüchener Landwirte und Kreislandwirt Wolfgang Wappenschmidt erzählen, was zu tun ist und wie sich der Winter auf die Ernte auswirkt.

Die Sonne lässt sich wieder öfter blicken, die Temperaturen steigen allmählich. Für die Landwirte aus Jüchen ist diese Witterung mit harter Arbeit verbunden. Der Acker muss gepflügt und gedüngt werden, bevor das Saatgut gepflanzt werden kann.

"Für Zuckerrüben war das Bestellwetter gut, beim Weizen brachte uns der späte Frost Probleme", sagt Wolfgang Wappenschmidt (59) von der Kreisbauernschaft Neuss-Mönchengladbach. Jetzt müssten die dünnen Bestände geschützt werden, um noch ein gutes Ergebnis zu erzielen. "2011 sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen. Doch die Wetterextreme werden stärker", so Wappenschmidt.

"Für eine gute Ernte wünsche ich mir eine Mischung aus Sonne und Regen — nur keinen Hagel", sagt Biobauer Thomas Sablonski aus Neuenhoven. Landwirt Willi Roeben sieht das ähnlich: "Die Sonnentage im März waren ideal für die Rübensaat — der darauf folgende Regen passte perfekt." Die steigenden Temperaturen locken aber auch Schädlinge an. "Bevor die Blüte beginnt, klopfe ich den Raps mit einem Messbecher ab. Wenn ein paar Rapsglanzkäfer zum Vorschein kommen, heißt das für mich: Schädlingsbekämpfer spritzen. Sonst werden die Blüten zerfressen", erklärt Roeben. Diese Arbeit kann sich Thomas Sablonski sich sparen, sein biologisch angebautes Freilandgemüse darf nicht gespritzt werden.

Frühling bedeutet für die Landwirte auch, auf den Winter zurückzublicken. Thomas Sablonski ist zufrieden: "Die Frostperioden haben das Feld von Unkraut befreit, was für uns eine saubere Ernte bedeutet." Ein solch positives Fazit kann nicht jeder ziehen. "Die langanhaltende Kälte hat uns Probleme bereitet, da sie schädlich für den Blattapparat der Pflanzen ist", erzählt Eva-Maria Kremer, Tochter von Landwirt Elmar Kremer und Juristin mit landwirtschaftlicher Ausbildung.

Bis Ende Januar sei alles in Ordnung gewesen, sagt Willi Roeben: "Der kalte und trockene Februar bedeutet aber große Ausfälle in der Ernte." Womit hängt diese unterschiedliche Einschätzung des Winters zusammen? "Entscheidend ist, was man anbaut. Hafer und Gerste sind sehr frostanfällig. Da ich dies nicht anbaue, ist der Winter für mich positiver ausgefallen", erklärt Thomas Sablonski.

Nicht nur Frost ist im landwirtschaftlichen Winter ein Thema. Wenig Schnee führte dazu, dass sich die Nager ausgebreitet haben. "Normalerweise sorgt die Schneeschmelze dafür, dass Mäuse auf dem Acker ertrinken. Das war nicht der Fall, jetzt schaden die Tiere der Saat", so Roeben

(NGZ/rl)