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Frederic Tillmann aus Grevenbroich Sportler des Monats Mai

Sportler des Monats: Frederic Tillmann : Vom Derby zur Europameisterschaft

Mit seinem zweiten Platz beim Hamburger Spring-Klassiker begeisterte Frederic Tillmann die Reitsportwelt. Der Grevenbroicher ist als Reiter und Trainer sehr erfolgreich.

Der 12. Mai 2013 und der 29. Mai 2022 stehen bei den heimischen Reitsportfans ganz oben auf der Liste der denkwürdigen Tage. Bei beiden spielt die Familie Tillmann die Hauptrolle, bei beiden liefert das legendäre Hamburger Derby die Kulisse. Am 12. Mai 2013 gewannen Gilbert Tillmann und das ehemalige „Karnevalspferd“ Hello Max das prestigeträchtige Springen. Am 29. Mai dieses Jahres sprangen er und sein älterer Bruder Frederic in die Top Ten. Dieses Mal war es Frederic, der als erster Tillmann in der Ergebnisliste auftauchte (Gilbert und Hadjib wurden 10.). Der Pferdewirtschaftsmeister pilotierte den erst achtjährigen Wallach Comanche auf Platz zwei.

„Ein einzigartiges Erlebnis und ein ganz besonderer Moment in meiner sportlichen Karriere“, sagt der 42-Jährige mit glänzenden Augen. Der sensationelle Auftritt auf dem jungen, unerfahrenem Pferd in dem schwersten Parcours der Welt beeindruckte weltweit. Kein Wunder also, dass die heimischen Sportfans Frederic Tillmann für Mai zum „Sportler des Monats“ kürten.

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Was für manchen überraschend kam, war für Fachleute und seine Fans – und von denen gibt es viele im Rhein-Kreis Neuss – gar keine. Immerhin ist der ältere der Tillmann-Brüder bereits seit Kindesbeinen an im Springsattel erfolgreich, gehörte zu den besten Nachwuchsreitern zwischen 16 und 21 Jahren in Deutschland. Danach arbeitete er sich nach und nach im Sattel nach oben. Inzwischen führt er als Pferdewirtschaftsmeister seinen eigenen Ausbildungsbetrieb auf Gut Neuhaus, gehört er zu den erfolgreichsten Springreitern in NRW und das Fachpublikum in ganz Deutschland kennt seinen Namen seit Jahren. Immer wieder kann er internationale Erfolge vorweisen, zum Beispiel auf der Riders Tour. Und er bringt Nachwuchspferde in den Topsport.

Was viele nicht wissen: Auch als Trainer ist Frederic Tillmann hocherfolgreich. Und so geht es für Ihn vom Derby nahtlos in die Vorbereitung zur Europameisterschaft. Gleich zwei seiner Schützlinge starten für die deutsche Equipe bei der Nachwuchs-EM im spanischen Oliva: Sein Sohn Lennart mit dem Children-Team (U16) und Julius Bleser bei den Junioren (U18). „Das ist ein Mega-Erfolg“, sagt Tillmann voller Freude auf die EM als Trainer. Anfang Juli geht es zunächst nach Warendorf, von dort fahren die Teams nach Südspanien, wo vom 11. bis 17. Juli die Medaillen vergeben werden. Für seine Trainerrolle verzichtete er vergangenes Wochenende auf die Rheinischen Meisterschaften. Stattdessen war er mit den Jungs in Hagen beim Nationenpreis und der EM-Sichtung. Verpasste dadurch sogar bei den Rheinischen die Siege seines Bruder Gilbert (Springen Senioren), den seiner Tochter Madlin (Dressur Ponys) und seiner Schwägerin Lina Claren (Dressur Senioren).

Durch die Doppelrolle hat er inzwischen einiges über sich selbst gelernt: „Als Reiter bin ich fokussiert, sobald ich in den Parcours galoppiere, ist die Nervosität weg.“ Als Trainer sei das ganz anders. „Trainer zu sein, ist schwieriger, als selbst zu reiten. Nervenaufreibender, nicht nur, weil der eigene Sohn reitet. Man schaut zu, fühlt sich ein, aber kann nicht eingreifen.“ Sport ist bei den Tillmanns Familiensache – und so freut er sich, dass die ganze Familie zur Europameisterschaft mitfährt. Im LKW geht’s mit Ehefrau Britta, Sohn Lennart und Tochter Madlin nach Oliva, zwei Tage dauert die Fahrt. Die zwei Wochen dort sind dann auch der Familien-Sommerurlaub. „Dafür bleibt dieses Jahr keine Zeit mehr“, sagt er. Das bedauert allerdings kein Familienmitglied, gibt er zu. „Wenn ich fragen würde, ob EM oder Strandurlaub, sagen alle unisono Europameisterschaft“, sagt er mit einem Schmunzeln. Pferdesportverrückt durch und durch.

Seine eigenen sportlichen Pläne stellt Frederic Tillmann dafür hinten an. Erst im August geht es für ihn wieder auf internationale Turniere. Er peilt mit Comanche einen Start in Donaueschingen an. „Er ist ein super Partner im Parcours“, sagt er über sein Toppferd. „Sehr aufmerksam, super lernwillig und arbeitsfreudig – und dabei ganz brav und unkompliziert im Umgang.“ Ein Pferd, das Spaß mache, und mit dem er in Zukunft hoffentlich noch weitere Erfolge wie in Hamburg sammeln kann.