Korschenbroich : Frauen feiern 100 Jahre kfd

Die kfd leistet in Korschenbroich wichtige Arbeit und blickt auf 100 bewegte Jahre zurück. Die größte Herausforderung aber ist es, die Frauengemeinschaft fit für die Zukunft zu machen – und Nachwuchs zu gewinnen.

Alwine Hintzen war eine emanzipierte Frau. Das war sie auch schon, als es noch nicht modern war, emanzipiert zu sein. Jahrelang war sie Vorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft St. Andreas in Korschenbroich – legte viel Wert auf die Frauenarbeit in der Kirche. Hintzen beeinflusste die Rolle der Frau in dem Verband maßgeblich – in einer Zeit, in der es ihnen gerade einmal erlaubt war, als Messdienerinnen aktiv zu sein. Gleichzeitig war sie Namensgeberin der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd), die bis 1965 noch "Mütterverein" hieß. Im vergangenen Jahr verstarb Alwine Hintzen im Alter von 91 Jahren. Nun ist ihre Tochter Ulla Göris Vorsitzende der Kfd-Korschenbroich und erlebt in diesem Jahr das 100-jährige Bestehen des Verbandes. "1912 war es ausschließlich ein Verein für verheiratete Frauen. Er hatte auf Anhieb 500 Mitglieder", weiß die 66 Jahre alte Sozialpädagogin. Damals gehörten Pesch und Herrenshoff noch mit dazu – heute sind es separate Pfarreien.

So sehr sich die Rolle der Frau im Laufe der Zeit entwickelte, so gleich blieb der Grundgedanke der Kfd. "Es sind einige zusätzliche Aufgabenbereiche dazugekommen, die Basis ist jedoch dieselbe", erklärt Christel Matzutt (71), zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und Finanzen. Die Basis sei, das sozialreligiöse Leben zu zelebrieren und sich für die Bürger der Gemeinde einzusetzen. In den ersten Jahren standen Aufgaben wie Gottesdienstvorbereitung, Missionarsarbeit, Organisation von Werkgruppen oder die Veranstaltung von Basaren im Vordergrund. Zudem wurde das Pfarrfest organisiert und Kleidung für die Dritte Welt genäht.

Im Laufe der Zeit kristallisierten sich mehr und mehr Zuständigkeitsbereiche heraus, die personell besetzt wurden, wie Besuchsdienste, Mitgliederbestandspflege oder die Organisation von Ausflügen und Karnevalssitzungen. "Wir sind ein Team, in dem sich jeder einbringt – trotz separater Bereiche", sagt Christel Matzutt. Hauptaugenmerk legen die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Kfd auf die soziale Unterstützung der Gemeinde. So werden Besuche bei Geburten, Krankheiten oder zu besonderen Geburtstagen und goldenen Hochzeiten organisiert.

Mit aktuell 415 Mitgliedern muss jedoch ein Rückgang der Ehrenamtler verzeichnet werden – 1985 waren es noch rund 700. Die Nachwuchsarbeit bezeichnet Ulla Göris als Problem. "Mit 40 Jahren gehört man bei uns leider schon zu der jüngeren Generation. Die Jugend hat heutzutage aber auch weniger Zeit und andere Interessen als früher", sagt die Vorsitzende und bezeichnet es als Zukunftsziel, mehr junge Kräfte für den Verband zu begeistern und zu gewinnen.

(NGZ)
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