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Reitsport: Franziska Scharrer rettet die Ehre der heimischen Reiter

Reitsport : Franziska Scharrer rettet die Ehre der heimischen Reiter

Bei den Rheinischen Meisterschaften holt der Kreispferdesportverband nur zwei Medaillen, feiert aber Derbysieger Gilbert Tillmann.

Gefeiert wurde gestern Abend spontan im Reitstall Schleifer in Gohr: Denn die derzeit erfolgreichste Amazone des Stalls, Franziska Scharrer, kehrte von den Rheinischen Meisterschaften der Pferdesportler in Langenfeld mit einer Medaille zurück. Die 25-Jährige sicherte sich Silber im Springen — und gewann damit nicht nur ihre erste Medaille überhaupt bei einer Landesmeisterschaft, sondern auch eine der insgesamt "nur" zwei Medaillen für den sonst so erfolgsverwöhnten Kreis-Pferdesportverband Neuss an diesem Wochenende.

"Einfach Wahnsinn", kommentierte die Springreiterin ihren Erfolg und bedankte sich sofort bei ihrem Pferd, dem Schimmel Corragioso. "Er hat prima mitgemacht." Auf ihrem mächtigen Wallach, den sie seit einigen Jahren reitet, hatte Scharrer (RV Torfgrafen Bergerhof) in allen drei Wertungsspringen der schweren Klasse konstant gute Leistungen gezeigt. Nachdem das Paar im Auftaktspringen S* am Freitag fehlerfrei geblieben war (Platz 11), machten sie am Samstag im zweiten Springen einen großen Satz nach vorne in der Meisterschaftswertung.

Mit einer Nullrunde und Platz fünf ging das Paar sogar in Führung, gemeinsam mit zwei weiteren Titelanwärtern. Doch ein Abwurf im Finale, einem S*** mit zwei Umläufen, und der Goldstatus war futsch. Stattdessen gab es Silber, diesen Rang musste sich Franziska Scharrer, die unter der Regie von Klaus Schleifer trainiert, allerdings mit dem Herzogenrather Thomas Weinberg auf As di Azurro teilen. Gold ging an den Wickrather Jochen Bender auf Cor de Pomme, der erstmals Rheinischer Meister wurde.

Keine Titelchancen hatte dagegen der Grevenbroicher Frederic Tillmann (RC Gut Neuhaus), der im Sattel von Qandor de Pilenie am Ende Zwölfter wurde. Nach zwei Abwürfen war im Finale nur Platz neun drin gewesen. Auch sein jüngerer Bruder Gilbert — als Derby-Sieger Publikumsliebling — war in Langenfeld am Start, doch der NGZ-Sportler des Monats Mai erwischte nicht sein bestes Wochenende. Nachdem er auf dem Fuchswallach Leviens des Cabanes im ersten Springen ausgeschieden war, verzichtete er auf weitere Starts.

Gute Laune hatte der Hufschmied dennoch, denn am Freitagabend gab der Kreis-Pferdesportverband Neuss anlässlich seines Sieges im deutschen Springderby in Hamburg ihm zu Ehren vor der Kulisse der Rheinischen Meisterschaften einen Empfang. "Das ist wirklich emotional für mich", gestand Gilbert Tillmann, über den nach seinem überraschenden Triumph ein Sturm aus Glückwünschen und Medienanfragen aus aller Welt hereinbrach. "Die Zeit nach dem Sieg war aufregend für mich gewesen, aber so langsam wird es ruhiger", sagt der 31-Jährige. Auch um seinen Sportpartner Hello Max ist es ruhig geworden, denn der 18-jährige irische Wallach genießt seit dem Triumph von Hamburg seinen Ruhestand auf den Weiden des Tillmann'schen Familiengestüts Gut Neuhaus. "Und das bleibt auch definitiv so", versichert Tillmann.

Für gute Leistungen sorgte in Langenfeld aber ein weiterer Tillmann, und zwar einer der nächsten Generation. Hendrik Tillmann (PSV Haus Vogelsang), Cousin von Gilbert und Frederic, gelangen gleich in zwei Altersklassen Top-Platzierungen. Der 15 Jahre alte Neusser, dessen Familie auf der Furth einen Reitstall betreibt und der von seinem Vater Karl-Heinz Tillmann trainiert wird, verpasste zwei Mal knapp die Medaillenränge: als Vierter im Ponyspringen als auch bei den Junioren.

Auch in der Dressur gab es dieses Jahr eine Medaille für die Lektionskünstler aus dem Rhein-Kreis Neuss. Im vergangenen Jahr hatte Juliette Piotrowski noch Gold im Dressurlager der Jungen Reiter gewonnen, doch die weilte zur Europameisterschaft in Frankreich. Stattdessen holte die Meerbuscherin Britta Rasche-Merkt das Eisen aus dem Feuer. Sie gewann in der großen Dressur-Tour der Reiter/Senioren mit Grand Prix und Grand Prix Spezial Silber. Auf dem braunen Lusitanohengst Xerez wurde die 36-Jährige in beiden Prüfungen Zweite (66,979 / 67,250 Prozent) und musste damit nur der Krefelderin Annabel Frenzen den Vortritt lassen.

(NGZ)