Lokalsport: Franzi Worthmann führt Tigers zum Auswärtssieg

Lokalsport: Franzi Worthmann führt Tigers zum Auswärtssieg

Die treffsichere Kapitänin des Basketball-Zweitligisten aus Neuss ist in Grünberg mit 31 Punkten am 69:52-Erfolg beteiligt.

Überraschend doch mit Trainerin Janina Pils auf der Bank bleiben die TG Neuss Tigers in der Erfolgsspur. Nach dem Basketball-Krimi vor einer Woche gegen Opladen (62:61) machte es der Tabellenzweite der Zweiten Damen-Bundesliga Nord gestern sogar noch deutlicher und setzte sich bei den Bender Baskets Grünberg mit 69:52 (Halbzeit 28:25) durch. Janina Pils, zuletzt zwei Wochen ans Krankenlager gefesselt, hatte sich am Abend vor der Partie spontan dazu entschlossen, ihre Truppe zu begleiten.

Die Tigers stiegen mit einem kleinen Lauf auf 7:2 (2.) in die Partie ein, vermochten sich jedoch nicht weiter abzusetzen. Im Gegenteil: Wie nicht anders zu erwarten, blieb das Duell eng. Die Gäste konnten sich dabei mal wieder auf Franzi Worthmann verlassen: Für die Kapitänin standen bis zur Halbzeitpause 13 Punkte mit blitzsauberen Quoten von 100 (3/3 Dreier) und 66 Prozent (4/6 Würfe aus dem Feld) zu Buche. Briana Williams folgte mit acht Zählern. Grünberg hatte bis dahin in der leicht angeschlagen ins Spiel gegangenen Amerikanerin Maggie Proffitt (5) und Marie Reichert (6), die im Hinspiel mit 16 Punkten ganz maßgeblich am 71:61-Sieg der Baskets beteiligt gewesen war, ihre besten Schützinnen.

Die von der Hoffnung gespeiste Prognose der Grünberger Trainerin Aleksandra Heuser, "wir sind immer für eine Überraschung gut", galt bis zur letzten Viertelpause. Danach bestätigten die Gäste Heusers zweite Ansage, die die Tigers als eine der Top-Mannschaften in dieser Liga kennzeichnete. "Die klopfen in den letzten Jahren zu Recht an die Playoffs an oder nehmen dran teil." Vor allem gegen Franzi Worthmann war kein Kraut gewachsen. Die 31-Jährige ist trotz Vollzeitjob als Forensikerin in der Form ihres Lebens und markierte im letzten Abschnitt 13 ihrer insgesamt 31 Punkte. Und das mit traumhaften Quoten: Von jenseits der Drei-Punkte-Linie schmetterte sie den Ball bei fünf Versuchen fünf Mal in den Korb. Auch von der Freiwurflinie legte sie 100 Prozent auf (6/6) und aus dem Feld fanden zehn ihrer 14 Würfe das Ziel.

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Mit ihr als Triebfeder zerlegten die Tigers das Team aus Mittelhessen, das kurz vor Weihnachten noch Tabellenführer Panthers Osnabrück mit 76:65 düpiert hatte, im letzten Viertel (22:9) endgültig. Dafür gab es ein dickes Lob ihrer Trainerin: "Dass wir in der ersten Hälfte im Spiel geblieben sind, hatten wir einzig und allein der individuellen Klasse von Franzi zu verdanken. Außerdem hat sie überragend sowohl gegen Proffitt als auch gegen Marfone verteidigt." Dass die Tigers Wiedergutmachung für die ärgerliche Niederlage im Hinspiel zu nehmen vermochten, lag allerdings auch an einer kolossalen Leistungssteigerung in Hälfte zwei. Pils: "Da haben wir es endlich geschafft, als Mannschaft aufzutreten."

Freilich wollte sie nicht allzu hart mit ihren Mädels ins Gericht gehen: "Die vergangenen Wochen ohne Trainerin waren sicher nicht einfach für sie. Dass sie trotzdem gegen Opladen gewonnen haben, auch wenn das Spiel nicht wirklich gut war, verdient Respekt. Das hätten nicht viele Teams geschafft."

(NGZ)