Fußball: Fohlen, Zebra und Kapellener

Fußball: Fohlen, Zebra und Kapellener

Dass im Erftstadion zwei Profiteams gegeneinander spielen, hat es noch nie gegeben. Aus Anlass des 100-jährigen Bestehens des SC Kapellen treffen am Samstag Borussia Mönchengladbach und der MSV Duisburg aufeinander. Horst Steffen hat in beiden Klubs gespielt und den SCK trainiert.

Wenn jemand eine Einladung als Ehrengast zum Jubiläumskick am Samstag (Einlass 14 Uhr, Anpfiff 15.30 Uhr) zwischen Borussia Mönchengladbach und dem MSV Duisburg im Erftstadion bekommen musste, dann Horst Steffen.

Denn der inzwischen 42-Jährige schnürte seine Fußballschuhe sowohl für die Fohlen als auch für die Zebras in der 1. und 2. Bundesliga. Darüber hinaus führte er den SC Kapellen, der sein 100-jähriges Bestehen feiert, bei seiner ersten Trainerstation in die Verbandsliga.

"Da fehlt am Samstag eigentlich nur noch Uerdingen. Dann wären alle Vereine versammelt, bei denen ich wunderschöne Zeiten erlebt habe", sagt Steffen mit Blick auf die Tatsache, dass es die Krefelder waren, die ihm den Einstieg in die Karriere als Profifußballer ermöglichten. In der Saison 1988/'89 bestritt er als gerade mal 19-Jähriger 33 Erstligaspiele für Bayer Uerdingen.

Den Einstieg in die Trainerkarriere wagte Steffen nach Ende seiner aktiven Laufbahn allerdings bei den Erftstädtern. Offenbar genau das richtige Umfeld, denn der SCK war das Sprungbrett für Steffen in den Trainerberuf. Nach Stationen als Übungsleiter der U 23 und U 19 beim MSV Duisburg arbeitet er aktuell in der zweiten Spielzeit als Coach der Mönchengladbacher A-Jugend, also an der Schnittstelle vom Nachwuchs- zum Profifußball. "Ich hatte mir schon immer vorstellen können, als Trainer zu arbeiten.

Aber ob das wirklich funktioniert, kann man vorher nie wissen", erinnert sich Steffen, "erst in Kapellen habe ich gemerkt, dass das das Richtige für mich ist." Klar, dass Steffen, der in Büttgen wohnt, noch die Geschicke des SCK verfolgt. Und er ist ganz begeistert davon, was sich sowohl sportlich mit einer sehr jungen Mannschaft als auch infrastrukturell mit den Kunstrasenplätzen seit seinem Abschied im Jahr 2005 im Erftstadion getan hat.

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"Da gibt es so viele Menschen, die bereit sind mit anzupacken. Deswegen hat es der Verein einfach verdient, dass anlässlich des Jubiläums ein so tolles Event zustande gekommen ist", sagt Steffen mit voller Überzeugung. Als Jugendtrainer bei Borussia hat Horst Steffen auch noch Verbindungen nach Kapellen, weil die Mönchengladbacher in Sachen Nachwuchsförderung mit den Erftstädtern eine Partnerschaft pflegen. Wenn Talente den Sprung zum Profiklub schaffen, dann allerdings schon in den jüngeren Jahrgängen.

In der U 19 kicken unter Steffen trotzdem einige Spieler aus dem Rhein-Kreis Neuss, etwa Tim Kosmala, Bilal Sezer und Edward Schmer. Aktuell hat es in Gestalt von Alexander Bieler ein Spieler aus der U 19 der vorigen Saison in den erweiterten Kader der Profimannschaft geschafft. "Auch Lucien Favre ist sehr von ihm angetan", weiß Steffen zu berichten.

Dass die beiden Teams am Samstag allerdings vielen Nachwuchsspielern eine Chance geben wollen, kann sich der Ex-Profi nicht vorstellen. Wahrscheinlich werde der ein oder Akteur aus der zweiten Reihe zwar eine Chance erhalten, doch sei das Spiel in der Länderspielpause der Bundesligen optimal, um im Rhythmus zu bleiben. "Ich gehe davon aus, dass die Trainer die Partie sehr ernst nehmen und die Zuschauer einiges geboten bekommen", betont Steffen.

Es gibt übrigens noch einen Spieler, der für Mönchengladbach, Duisburg und Kapellen aktiv war — der Togolese Bachirou Salou, der mit seiner Familie in Epsendorf wohnt. Klar, dass auch er eine Einladung für Samstag bekommen hat.

(NGZ)
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