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AVA Korschenbroich seit über 20 Jahren aktiv: Fluglärm mindern und Busverkehr verbessern

AVA Korschenbroich seit über 20 Jahren aktiv : Fluglärm mindern und Busverkehr verbessern

Wo stören die Geräusche durch den Autoverkehr am meisten? Wo in Kleinenbroich ist die Belastung durch den Fluglärm am größten? Genaue Daten zu diesen Bereichen liegen bisher nicht vor - daher misst nun die Allgemeine Verkehrsaufklärung (AVA) Korschenbroich die Belastung durch Verkehrslärm an vier Stellen in Kleinenbroich.

"Wir wollen effektiv darstellen, wo die Brennpunkte liegen", erklärt Gerd Sack, der in Kleinenbroich die Geschäftsstelle der bundesweit tätigen AVA führt. Die Organisation will die Öffentlichkeit in Sachen Verkehrssicherheit, Verkehrstechnik, Städteplanung und Umweltverträglichkeit informieren und dadurch zu einem besseren Miteinander im Straßenverkehr beitragen. Dabei stehen die Themen Umweltschutz und die Sorge um Fußgänger und Radfahrer - also Menschen mit eingeschränkter Mobilität - im Mittelpunkt.

Mit Hilfe der Lärmmessungen erhofft sich der Verband bessere Argumente gegen die zunehmende Verkehrsbelastung. Die aufwändigen Messapparaturen, die von einer Mönchengladbacher Firma ausgeliehen wurden, stehen abwechselnd an der Bismarckstraße, der Hochstraße, im Bereich der Strecke der Deutschen Bundesbahn sowie im nördlichen Teil der Nordstraße. Dort geht es vorrangig um die Beeinträchtigung durch den Fluglärm, der nach Erfahrung von Gerd Sack zwischen 20 und 21.30 Uhr dramatisch zunimmt - um diese Uhrzeit kehrten viele Tagespendler zurück.

Gemessen wird jeweils 24 Stunden lang, um die durchschnittliche Tagesverkehrsstärke herauszufinden. Dabei kann das Messgerät zwischen Fluggeräuschen und anderem Verkehrslärm unterscheiden. "Auf diese Weise wollen wir den Status quo darstellen", erklärt der AVA-Vertreter gegenüber der NGZ. "Wir verstärken damit unsere Forderung, dass die Stadt den Lärm-Minderungsplan umsetzt, der bisher nur in einer Vorstudie besteht". Ein weiteres Anliegen der Verkehrsaufklärung ist die Verbesserung der Haltestellen. "Die öffentlichen und auch die Schulbus-Haltestellen sind in so einem desolaten Zustand, dass der Öffentliche Personen-Nahverkehr (ÖPNV) nicht mehr attraktiv ist", findet Gerd Sack.Kein Schüler sei später motiviert, in Bus oder Bahn zu steigen, wenn er jahrelang im Regen gestanden habe.

Wie sieht die ideale Haltestelle aus? Eine überdachte, saubere Anlage mit mehreren Sitzplätzen, einer großzügigen Rundumsicht, einer solarbetriebenen Stand-Beleuchtung und - im Idealfall - einem elektronischen Info-System. Insbesondere an den S-Bahnhöfen im Stadtgebiet könnte sich der AVA-Vertreter eine Tafel auf dem Bahnsteig vorstellen, an der der Fahrgast erfährt, wann die nächste Bahn tatsächlich erwartet wird. Auch großzügige Fahrrad-Abstellmöglichkeiten wie beispielsweise ein Zweirad-Bahnhof in Grevenbroich könnten den ÖPNV attraktiver machen. "In Sachen Fahrradfreundlichkeit ist in Korschenbroich noch einiges zu tun", meint Gerd Sack.

Katastrophal sei die Verbindung zwischen den einzelnen Orten; auch müssten seiner Ansicht nach an der ein oder anderen Stelle zwei Auto-Parkplätze für einen überdachten Fahrrad-Abstellplatz geopfert werden. Er könnte sich auch eine Bewirtschaftung des Parkraums vorstellen - also Parkschein-Automaten mit niedrigen Gebühren, um die finanziellen Mittel für eine Verbesserung der Parkplätze aufzubringen.

Die seit 1979 bestehende AVA macht auch mit Seminaren und Vorträgen ihre Ziele bekannter. Die Themen reichen von "Kind und Verkehr" über "Straßenplanung" bis hin zu "Frauen abends unterwegs". Dabei werden Stadtplaner oder andere Experten engagiert, die über ihre Fachbereiche informieren. pk