In ihren Leistungen einfach nicht konstant genug: Flügellahme Elephants

In ihren Leistungen einfach nicht konstant genug : Flügellahme Elephants

Von Dirk Sitterle Eigentlich ist die Geschichte der für die Elephants Grevenbroich höchst ärgerlichen 81:86-Schlappe am vergangenen Samstag in Essen schnell erzählt. ETB-Trainer Matthias Haller benötigte dafür genau 15 Wörter: "Wir haben mit Errick Greene einen Spieler, der solche Spiele fast im Alleingang entscheiden kann." Punkt.

Von Dirk Sitterle Eigentlich ist die Geschichte der für die Elephants Grevenbroich höchst ärgerlichen 81:86-Schlappe am vergangenen Samstag in Essen schnell erzählt. ETB-Trainer Matthias Haller benötigte dafür genau 15 Wörter: "Wir haben mit Errick Greene einen Spieler, der solche Spiele fast im Alleingang entscheiden kann." Punkt.

Genau den haben die Elephants im Gegensatz zu den meisten anderen Klubs in der Zweiten Basketball-Bundesliga Nord nach dem Abgang von John Bynum (beim Süd-Zweitligisten Baskets Weiden kommt er nach vier Spielen auf einen Schnitt von 14 Punkten) nicht mehr.

Eine bewusste Entscheidung von Raphael Wilder, in Grevenbroich Trainer und Sportlicher Leiter in Personalunion. Er vertraut ganz auf seine deutschen Flügelspieler. Ein Konzept, das nicht nur wegen der schweren Verletzung von Jörg Rottgardt zu scheitern droht.

Gemessen an ihren Einsatzzeiten sind Matthias Wojdyla, der durchschnittlich 28:03 Minuten auf dem Spielfeld steht, Sven Klesper (28:16) und Rafael Wilczek (19:47) einfach nicht produktiv genug: Das Trio kommt gemeinsam nur auf einen Schnitt von 27,9 Punkten pro Spiel (Klesper 11,9 Zähler; Wojdyla 8,4; Wilczek 7,6), zudem sind sie die drei in ihren Leistungen einfach nicht konstant genug - sogar während eines Spiels sind zum Teil krasse Formschwankungen zu registrieren.

Wojdyla zum Beispiel leistete sich gegen Wolfenbüttel und Braunschweig Nullnummern, blieb auch in Essen vor der Pause ohne jeden Punkt, nur um dann nach dem Seitenwechsel gleich drei Dreier im Korb zu versenken - davon einen sogar aus rund acht Metern. Klesper wiederum machte beim Sieg über Braunschweig wohl sein bestes Spiel im Elephants-Trikot, doch nur eine Woche danach meldete ihn der Essener Nikola Jovanovic (wenn auch nicht mit ganz fairen Mitteln) komplett ab.

Nun wäre es ungerecht, allein den Flügeln die Schuld für die ärgerlichen Niederlagen gegen die direkten Konkurrenten Cuxhaven, Essen und Wolfenbüttel zu geben, auch die Centergarde um Whitney Harris (Wilder: "In Essen setzte er keine Akzente.") patzte in entscheidenden Situationen. Doch im Vergleich mit den Kollegen schneiden die Grevenbroicher "Small Forwards" einfach zu schlecht ab.

Das liegt in erster Linie wohl daran, dass die meisten Rivalen zumindest eine Flügelposition mit einem Profi besetzt haben - oder aber, wie etwa SW Essen mit Errick Greene, einen US-Amerikaner beschäftigen, der dazu auch noch den Aufbau miterledigen kann. Greene (25,1 Punkte im Schnitt) und Jovanovic (16,4), der, so ist zu hören, seine Lehre abgebrochen hat, um sich wieder ganz aufs Basketball spielen zu konzentrieren, sind in Essen zu zweit für 41,5 Punkte gut.

Vom Flügel treffen auch ihre Kollegen ausgesprochen oft, was ein Blick in die Korbjägerliste eindrucksvoll beweist: Unter den Top 40 befinden sich nach sieben Spieltagen 25 Akteure, die ihre Brötchen hauptsächlich als Flügel verdienen. Grevenbroich ist hier nur durch Aufbauspieler Rico Grier (21,1 Punkte) und Center Whitney Harris (15,1) vertreten.

In Schalke markieren die "Amis" Jason Edwin (25,7) und Daniel Gilbert (17,1) im Duo 42,8 Punkte, ja selbst Aufsteiger Herten benötigt mit Terren Harbut (23,6) und Patrick Flomo (18,6) nur zwei Flügel, um auf 42,2 Punkte zu kommen. Beide Klubs liegen in der Tabelle vor Grevenbroich. Noch aber steht Wilder zu seinen Mannen …

(NGZ)
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