Schützenfest in Glehn: „Flotte Boschte“ bauten beste Fackel

Schützenfest in Glehn: „Flotte Boschte“ bauten beste Fackel

Bei regelrechtem "Kaiserwetter" kann das Königspaar Johannes und Doris Esser beim Schützenfest den Höhepunkt seiner Regentschaft genießen.

Fast 860 Marschierer und gut 270 Musiker von je sieben Tambourkorps und Musikkapellen stehen unter dem Kommando von Oberst Andreas Erkes: Sonntagnachmittag sorgten sie nach dem traditionellen Empfang im Gasthaus Trauscheit und der voran gegangenen Regimentsabnahme durch den Vorstand und den König für eine überaus eindrucksvolle Parade auf der Bachstraße.

Bereits am Samstagabend hatte der erste Auftritt des nun wirklich stattlichen Regiments die Zuschauer in hellen Scharen an den Straßenrand gelockt: Der Fackelzug demonstrierte einmal mehr seine besondere Anziehungskraft, wobei nicht zuletzt die fünf Großfackeln zum Blickfang des Publikums gerieten. Aufs Korn genommen wurden von den Fackelbauern der Glehner Schützen ausschließlich lokale Themen, wobei der kaum zu bändigende Massenandrang beim Kartenvorverkauf für die Aufführungen des "Buuretheaters" dem Jägerzug "Flotte Boschte" ein geeignetes Motiv sowie letztlich auch den ersten Platz bescherte.

Das Sappeurkorps hatte sich beim Bau seiner Fackel mit dem Sterben der "Tante-Emma-Läden" auseinandergesetzt, während der Jägerzug "Freiwild" sich unter dem Motto "Fehlalarm beim betreuten Wohnen" mit der des öfteren grundlos ausgerückten Feuerwehr beschäftigte. Der Besuch des Jägerzugs "Wilddieb" beim Papst hatte den Jägerzug "Brave Jonge" zum Bau der Fackel "Königszug in Rom" animiert, während der Grenadierzug "Rheingold" sich den "Del-Berg" auserkoren hatte: Der in Regie der Vorsitzenden Waltraud Delbeck vom Heimatverein in den Kreisverkehr platzierte Felsen hat im Volksmund inzwischen den Kosenamen "Affenfelsen" weg.

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Ausklingen ließen die Schützen den Tag Sonntag mit einer weiteren Tanzveranstaltung im Zelt. Der Schützenfest-Montag ist in Glehn traditionell der "Tag der Königin", so dass Königin Doris Montagnachmittag erstmals in der Königskutsche mit von der Partie sein wird. Den Tag beginnen die Schützen zunächst mit einem um 10 Uhr in der Pfarrkirche beginnenden Festgottesdienst für die Lebenden und Verstorbenen des Vereins. Im Anschluss an die Gefallenenehrung hält das Regiment gegen 11.30 Uhr eine Parade vor der Geistlichkeit. Anschließend können sich die Schützen bis 17 Uhr auf ihre weiteren Aufgaben vorbereiten.

Dann tritt die Truppe zur 20 Minuten später beginnenden Königsparade auf der Bachstraße an. Beim abendlichen Tanz im Festzelt dürfte es dann sicher noch einmal hoch her gehen, denn im offiziellen Programm geht es erst am Dienstagnachmittag weiter. Um 15.30 Uhr begibt sich die Truppe zum Vogelschuss auf dem Sportplatz. Präsident Udo Brockers sieht dem Wettkampf gelassen entgegen und braucht sich angesichts der ihm bereits im Vorfeld zugegangenen Informationen keine Sorgen über die Kontinuität der Thronfolge zu machen. Die Amtszeit des neuen Kronprinzen währt traditionell nur wenige Stunden, wird er doch beim Schlussball des Schützenfests sogleich zum neuen König gekrönt. S.M.

(NGZ)