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Floorballer der DJK Holzbüttgen planen ihre Zukunft

Floorball : Für die DJK ist das Ende ein neuer Anfang

Die Saison coronabedingt abgebrochen, der Trainer von Bord gegangen – aber die Floorballer der DJK Holzbüttgen planen erfolgreiche Zukunft.

Die Floorballer der DJK Holzbüttgen bleiben auch in der dritten Welle der Corona-Pandemie optimistisch. Daran vermochte auch der vom Verband am 8. März verkündete Saisonabbruch für alle Vereine sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene nichts zu ändern. Unverdrossen verlegte der so agile Verein seine Aktivitäten kurzerhand nach draußen und brachte ab dem 15. März mit einem Outdoor-Trainingsangebot den Nachwuchs bis zur Altersklasse U15 in Bewegung.

Für Jugendwart Conrad Lehwalder ein Schritt in die richtige Richtung, „denn für Kinder ist es unfassbar wichtig, ihre Leidenschaft ausleben zu können – sowohl sportlich als auch sozial.“ Auf dem im Oktober 2020 neu geschaffenen Outdoorfeld an der Grundschule Stakerseite in Kaarst bietet die DJK unter fachkundiger Anleitung Streetfloorballtraining für sieben Altersklassen bzw. Gruppen an. Noch. Denn nach den aktuellen Entscheidung der Politik bleibt es zwar beim Status Quo, der bringt, aufgrund der Koppelung an die Inzidenzwerte, faktisch aber immer weitere Beschränkungen mit sich. Schließlich steigen die Zahlen stetig an. Und nur bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 dürfen bis zu zehn Personen in kleinen Gruppen unter freiem Himmel Sport treiben. Abteilungsleiter Philip Jesse geht inzwischen davon aus, „dass auch dieses Sportangebot wieder eingestellt werden muss.“

 Nach knapp zwei Jahren erfolgreicher Arbeit hat Trainer Jesse „Jay“ Backman seine Zelte in Holzbüttgen abgebrochen.
Nach knapp zwei Jahren erfolgreicher Arbeit hat Trainer Jesse „Jay“ Backman seine Zelte in Holzbüttgen abgebrochen. Foto: Andreas Klüppelberg
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Das findet er deshalb besonders bitter, „weil das Streetfloorballtraining zwar kurzfristig eine gute Möglichkeit ist, damit die Kinder zusammen wieder in Bewegung kommen, angedacht war das Outdoorfeld aber ohnehin nur als reine Freizeitmöglichkeit und ersetzt langfristig nicht die nötigen Bedingungen für den Hallensport Floorball.“

 Outdoor-Training bei der DJK Holzbüttgen in der Corona-Krise.
Outdoor-Training bei der DJK Holzbüttgen in der Corona-Krise. Foto: DJK Holzbüttgen

  Der nun noch mal verlängerte und im Grunde verschärfte Lockdown bedroht mittlerweile sogar die Entwicklung der 2018 in die Bundesliga aufgestiegenen Erstvertretung. Alex Sagafe, bis zur vergangenen Saison selbst Teil des Elitekaders und im Verein zurzeit kommissarischer Leiter des Bundesliga-Arbeitskreises Floorball, bedauert, „dass wir unsere bisher fehlerfreie Saison mit fünf Siegen aus fünf Spielen und den meisten Toren nicht beenden können. Dadurch wird insbesondere die positive Entwicklung unserer jungen Spieler unterbrochen.“ Aber genau darauf fußt der nachhaltige Erfolg der DJK, bei der zum Beispiel Eigengewächs Niklas Stammen zusammen mit Nationalspieler Nils Hofferbert bis zur Aussetzung des Spielbetriebs mit elf Toren bester Torschütze war.

„Für junge Spieler sind speziell K.o.-Spiele im Pokal und in den Play-offs entscheidend für ihre Entwicklung“, erklärt Sagafe. „Diese wurden ihnen nun schon zum zweiten Mal genommen, da wir bereits in der letzten Saison vor dem Abbruch sicher auf einen Play-offs-Platz und sicher im Final4 des Pokals standen.“ Betroffen ist indes nicht nur das Personal aus dem eigenen Nachwuchs. Leistungsträger wie Nationalspieler Janos und Niklas Bröker, Maximilian Spöhle und Torben Kleinhans stehen zwar schon seit zwei Jahren im Bundesliga-Kader, haben jedoch noch keine Runde ordnungsgemäß beendet. Sagafe: „Der Verein hat sich in den letzten Jahren speziell sportlich extrem entwickelt, ohne dafür belohnt zu werden.“ Kapitän Janos Bröker hat sich seine Zuversicht dennoch bewahrt: „Trotz der kurzen Saison konnten wir uns verbessern. Auch wenn hinter der kommenden Saison noch viele Fragezeichen stehen, hoffe ich doch, dass wir spätestens im Sommer als komplettes Team in die Vorbereitung starten können.“

Dann aber auf jeden Fall mit einem neuen Mann auf der Bank, kehrt Trainer Jesse „Jay“ Backman doch nach knapp zwei Jahren in Kaarst wohl in seine finnische Heimat zurück. Unter ihm erreichte die DJK das Final4-Turnier im Deuschland-Pokal und qualifizierte sich vorzeitig für die Play-offs zur Deutschen Meisterschaft. Außerdem machten unter seiner Regie Nachwuchsspieler wie Philip De Broux, Maximilian Groß, Linus Joest, Conrad Lehwalder und Niklas Stammen einen deutlichen Leistungssprung.

Für Backmans Nachfolge habe man schon eine „ziemlich gute Lösung gefunden“, sagt Jesse, mag jedoch noch keinen Namen nennen. Gute und dazu bezahlbare Trainer sind im Floorball rar, aber Jesse kündigt an, zeitnah Vollzug melden zu können. „Intern ist der neue Trainer schon bekannt.“