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Floorballer der DJK Holzbüttgen haben noch Großes vor

Floorball : DJK Holzbüttgen hat noch Großes vor

Der Bundesligist aus Holzbüttgen geht im Juni als Tabellenzweiter in die Play-offs um die Deutsche Meisterschaft.

Ausgerechnet auf der Zielgeraden kam der in diesem Jahr wie ein Kätzchen schnurrende Motor der DJK-Floorballer ins Stottern. Während die Piranhhas Hamburg im Fernduell um den in den nun anstehenden Play-offs vielleicht noch bedeutsamen zweiten Platz gegen die Berlin Rockets (14:9) schon im ersten Drittel für klare Verhältnisse sorgen (5:1/19. Spielminute), geriet der Pokalfinalist aus Holzbüttgen im Heimspiel gegen das Kellerkind VfL Red Hocks Kaufering gleich vier Mal ins Hintertreffen (0:1/4., 2:3/33., 4:4/39. und 4:5/42.). Erst im starken letzten Durchgang schossen die Hausherren ihren 8:5-Sieg (2:1, 1:3, 5:1) nach Hause und sicherten sich damit das Heimrecht in einem möglicherweise entscheidenden dritten Spiel der Halbfinalserie gegen Hamburg.               

Die Gegenwehr der Bayern fiel auch deshalb so heftig aus, weil sie sich mit einem Erfolg in Kaarst den direkten Klassenverbleib gesichert hätten. Jetzt müssen sie in aufreibenden Play-downs gegen das Schlusslicht SC DHfK Leipzig um ihre Zugehörigkeit zum deutschen Oberhaus kämpfen. Dabei hatte sie Jan Küchli bereits in der vierten Minute in Führung gebracht. Obwohl Torben Lange und Nils Hofferbert den „Betriebsunfall“ für die DJK mit ihren Treffern zum 2:1 noch im ersten Drittel reparierten, blieb der Auftritt des mit einer Serie von zwölf Siegen hintereinander ins Spiel gegangenen Kaarster seltsam fahrig. Das nutzten die Hogs zu Ballgewinnen und gefährlichen Kontern. Daniel Wipfler glich aus, Jonas Fellner traf zum 3:2. Zwar brachte Niklas Stammen Holzbüttgen wieder auf gleiche Höhe, doch Marco Keß schlug für Kaufering mit dem Tor zum 4:3 zurück.

 Beim sehr emotionalen Abschied nach acht Jahren im DJK-Team trug  Kevin Strauss (r.) als ganz besondere Auszeichnung noch einmal die Kapitänsbinde.
Beim sehr emotionalen Abschied nach acht Jahren im DJK-Team trug  Kevin Strauss (r.) als ganz besondere Auszeichnung noch einmal die Kapitänsbinde. Foto: Andreas Klüppelberg
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An der Dramaturgie änderte sich auch zu Beginn des Schlussabschnitts nichts: Torben Kleinhans‘ Ausgleichstreffer schon nach 15 Sekunden beantwortete Daniel Wipfler umgehend mit dem 5:4 für den Tabellenvorletzten. Erst Janos Brökers Streich zum 5:5 brach den Bann. Nun drehten die Gastgeber auf, kamen durch die Tore von Moritz Neustadt, Torben Kleinhans und Nils Hofferbert doch noch zum fest eingeplanten Heimsieg. Verteidiger Kevin Strauss arbeitete noch einen zweiten positiven Aspekt des lange holprigen Auftritts heraus: „Für Kaufering ging es heute um den Klassenerhalt – und das hat man gemerkt. Sie haben viel investiert. Aber wir sind ruhig geblieben und haben uns auf uns konzentriert. Das hat sich am Ende ausgezahlt und zeigt, dass wir für kämpferische Spiele gewappnet sind.“

Gerade ihm bereiteten die rund 230 Zuschauer im Hexenkessel Stadtparkhalle einen ganz besonderen Abend. Weil er wie die Goalies Domenic Saurbier und Simon Böggering sowie Mikko Koivisto, Eemeli Pelamo, Jesse Turka und Edvards Stakis zu den Akteuren gehört, die die Mannschaft nach den Play-offs verlassen werden, übernahm er die Hauptrolle in einer emotionalen Abschiedszeremonie. Der 33-Jährige trug zum Abschluss seiner acht Jahre im Team noch einmal die Kapitänsbinde und sagte bewegt: „Es war mir eine Ehre vor so einer Kulisse meinen Abschied feiern zu dürfen. Die Ehrung vor dem Spiel, auf dem Feld noch mal zeigen zu dürfen, was man noch draufhat, und nach dem Spiel die Binde zu bekommen und eine Rede halten zu dürfen – ich hätte es mir nicht schöner ausmalen können. Ich werde diesen Tag ewig in Erinnerung behalten.“    

Doch bis er endgültig in den Sonnenuntergang reitet, wartet noch ein wichtiger Job auf ihn und seine Teamkollegen. Wegen der Qualifikationsrunde  zur Weltmeisterschaft vom 24. bis 27. Mai in Italien starten die Play-offs um die Deutsche Meisterschaft erst am 4./5. Juni. In der nach dem Modus „Best-of-Three“ ausgespielten Halbfinalserie bekommen es die Kaarster mit dem Tabellendritten ETV Piranhhas Hamburg zu tun. Eine für Kevin Strauss zur Krönung seiner Spielerkarriere auf jeden Fall lösbare Aufgabe: „Wir sind sehr optimistisch. Kehren alle verletzten Spieler für die Vorbereitung zurück, können wir auch in den Play-offs unsere Leistung abrufen. Wir haben Großes vor!“