Floorball: Holzbüttgen startet in Bundesliga-Saison

Floorball: Das große Abenteuer beginnt

Im ersten Spiel der Vereinsgeschichte in der Bundesliga empfängt die DJK Holzbüttgen den ETV Piranhhas Hamburg. Der Neuling ist optimal vorbereitet, sieht sich allerdings als Außenseiter. Trainer Daniel Joest: „Alles kann, nichts muss.“ 

Wie gut, dass im Lager der DJK Holzbüttgen niemand abergläubisch ist, denn dann würden die Jungs von Trainer Daniel Joest womöglich mit einem mulmigen Gefühl ins erste Meisterschaftsspiel der Floorball-Bundesliga am Sonntag (13 Uhr) in heimischer Stadtparkhalle gegen den ETV Piranhhas Hamburg gehen. Bekanntlich gilt eine verpatzte Generalprobe ja als Garantie für eine gelungene Premiere, womit der 6:4-Erfolg im letzten Testspiel gegen die britische Nationalmannschaft eigentlich als schlechtes Omen zu werten ist.

Doch beim so rührigen Aufsteiger sind vor dem mit großer Ungeduld erwarteten Start alle viel zu aufgeregt, um sich die gute Stimmung verderben zu lassen. „Man kann die Aufbruchstimmung hier förmlich spüren“, sagt der für die  Pressearbeit zuständige Philip Michaelis: „Klar, der organisatorische Aufwand für die erste Bundesliga-Saison ist immens, aber bei uns packen alle mit an – Abteilungsleiter, Spieler, externe Helfer ...“ Auch die Mannschaft fühlt sich auf den Punkt fit. „In der Vorbereitung haben wir intensiv an Physis, Technik und Taktik gearbeitet“, ergänzt Angreifer Morten Winter. „Dabei wurde natürlich auch viel ausprobiert. Und nach und nach haben sich die Reihen zusammengefunden.“ Positiv ist zudem, dass die DJK ihre eingespielte Aufstiegsmannschaft grundsätzlich zusammenhalten konnte. Für den in Liga eins unerlässlichen  Qualitätsschub sorgen die Neuen: Der ehemalige Nationalspieler Janik Pfeiffer (ASV Köln), Jugend-Nationalspieler Jannik Heinen (SSF Dragons Bonn), der gemeinsam mit Nils Hofferbert am Wochenende beim Turnier in Bozen das Ticket für die U19-WM 2019 in Kanada gelöst hat, der bislang für den schwedischen Traditionsverein Karlstadt IBF tätige Simon Lange sowie  der aktuelle Nationalspieler Daniel „Alvez” Gayk, der nach seiner Rückkehr vom BSV Roxel in seine insgesamt vierte Saison an der Pestalozzistraße geht.

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Ihre Klasse dürfte schon am Sonntag gefragt sein, denn der Gegner ist nicht von Pappe: Die Piranhhas hatten die vergangene Spielzeit auf Platz fünf abgeschlossen, schalteten im Play-off-Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft den MFBC Leipzig in zwei Partien (7:3, 8:2) aus und unterlagen erst im Halbfinale dem späteren Champion UHC Sparkasse Weißenfels zweimal mit 4:9. Auch das Match um Platz drei gegen die Red Devils Wernigerode ging mit 5:9 verloren. Die in der anstehenden Saison vom Gespann Mathis Wittneben (U19-Nationaltrainer) und Johan Nilsson (betreute bislang die Damen der Piranhhas) trainierten Hamburger, deren Kasten der international für Deutschland eingesetzte Mike Dietz hütet, sind dazu für ihre gute Jugendarbeit bekannt. Im Juni erreichte die U17 der Hanseaten nach 19 Siegen hintereinander zum dritten Mal in Folge das Finale um die Deutsche Meisterschaft. Im Endspiel mussten sie Gastgeber SG Seabulls Gettorf/Wyk/Tetenbüll mit 2:3 den Vortritt lassen. In Paul Dall, Jussi Kursula, Christopher Wilbrand und Jakob Bohls schafften gleich vier Piranhhas mit dem U19-Team die WM-Qualifikation. Zum MVP („Bester Spieler“) des Turniers in Südtirol wurde im Übrigen Nils Hofferbert gekürt.

Der erstligaerfahrene Dennis Schiffer, hinter dessen Einsatz am Sonntag wegen einer im letzten Testspiel erlittenen Blessur noch ein Fragezeichen steht, weiß um die Schwere der Aufgabe, unternimmt darum alles, um auflaufen zu können. Allerdings ist ihm vor dem Debüt nicht bange: „Unser Team ist gut besetzt und vor heimischem Publikum immer hochmotiviert.“ Auch Coach  Daniel Joest gibt sich ganz entspannt: „Als Aufsteiger gilt für uns: alles kann, nichts muss.“