Floorball: DJK Holzbüttgen schlägt den Rekordmeister aus Weißenfels

Floorball : Holzbüttgen schlägt den Rekordmeister

In den Spielen gegen den Titelverteidiger UHC Weißenfels und beim Topteam TV Lilienthal fährt der Neuling in der Floorball-Bundesliga geradezu sensationelle vier Punkte ein. Nun sind sogar die Play-offs drin.

Was, bitteschön, war das für ein unfassbarer Doppelspieltag im deutschen Floorball-Oberhaus: Im Heimspiel fügt der Aufsteiger DJK Holzbüttgen dem als Tabellenführer und Titelverteidiger angereisten Rekordmeister UHC Sparkasse Weißenfels mit 11:9 (6:3, 2:3, 3:3) die erste Saisonniederlage zu. Und am Tag darauf haben die als Schlusslicht in den Liga-Auftakt 2019 gegangenen Jungs von Coach Daniel Joest den TV Lilienthal schon am Haken, verlieren erst in der Verlängerung mit 7:8 (2:1, 3:3, 2:3, 0:1).

Den Grundstein zum Coup gegen den leicht ersatzgeschwächt angetretenen Spitzenreiter aus  Sachsen-Anhalt, der im Hinspiel noch mit 18:5 triumphiert hatte, legte die DJK bereits im ersten Drittel: Janik Pfeiffer (1:0), Nils Hofferbert (2:1), Dennis Schiffer (3:1), Neuzugang Essek Svåren (4:1), Janik Heinen (5:2) und Mark Jones (6:2) sorgten mit ihren Toren dafür, dass die Hausherren ständig vorne lagen. Die gestressten Gäste schafften es auch im Mitteldurchgang nicht, den wie aufgedreht auftrumpfenden Neuling, der zudem in Goalie Domenic Saurbier auf einen fantastischen Rückhalt bauen konnte, in die Schranken zu verweisen. Jonas Hoffmann (6:5), Nils Hofferbert (7:5) und Dennis Schiffer (8:5) hielten Weißenfels auf Abstand.

Das letzte Drittel eröffnete Nils Hofferbert mit dem Treffer zum 9:6 – und dann wurde es doch noch mal eng für die DJK: Henry Backman und Tim Böttcher brachten den Favoriten bis zur 50. Minute auf 8:9 heran. Der junge Schwede Essek Svåren, obwohl fitnessmäßig noch nicht bei 100 Prozent, schon eine gewaltige Verstärkung, markierte das 10:8 für die Kaarster, die aber erst im Ziel waren, als Nils Hofferbert 45 Sekunden vor Schluss den Anschlusstreffer von Henry Backman (9:10) mit seinem vierten Streich zum 11:9 beantwortete.

Auch beim TV Lilienthal sah es lange gut aus für Holzbüttgen: Nils Hofferbert, der im Sturm an der Seite von Essek Svåren noch stärker werden könnte, glich zum 1:1 aus, in der Folge schossen Mark Jones, wiederum Nils Hofferbert und Mikko Koivisto, Neuverpflichtung der DJK aus Finnland, die Gäste mit 4:1 (37.) in Front. Danach traf Nils Hofferbert zwar noch zum 5:3, vermochte damit aber nicht zu verhindern, dass den Norddeutschen die Wende gelang (6:5/49.). Und doch hätten die drei Punkte an die DJK gehen können, denn Ilari Suuronen und Kapitän Kevin Strauß holten mit ihren Treffern zum 7:6 (56.) die Führung zurück, Ilari Suuronen hätte sogar alles klarmachen können. Stattdessen glich Alexander Seitz 1:43 Sekunden vor dem Ende aus, in Überzahl brachte Lukas Bieger in der Verlängerung mit dem 8:7-Siegtor zwei Punkte aufs Konto der Osterholzer. Der DJK blieb wie beim ebenfalls im Nachsitzen entschiedenen 3:4 im Hinspiel ein Zähler.

Mit den nie und nimmer eingeplanten vier Punkten aus dem Doppelspieltag reichte Holzbüttgen die Rote Laterne an Schenefeld weiter. Zwar belegt der Neuling als Neunter aktuell weiterhin einen Abstiegsplatz, doch auch vom ETV Piranhhas Hamburg auf dem ersten Play-off-Rang trennt Kevin Strauß & Co. nur ein Punkt. Die Ausgangslage wird sich am Saisonende sogar noch verbessern, denn der TV Lilienthal hat bereits jetzt angekündigt, dass er seine Mannschaft aus der Bundesliga nach acht Jahren wegen Personalmangels zurückziehen wird. „Acht Zusagen stehen 15 Absagen gegenüber“, erklärt Daniel von der Heyde, Leiter des Spielbetriebs. Damit spielen die letzten beiden Teams der Tabelle um den Klassenverbleib.

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