Lokalsport : Fitnessfest für Jedermann

Ob auf dem Tandem oder an der Tischtennisplatte – das gemeinsame Sporttreiben von Behinderten und Nicht-Behinderten steht morgen beim 4. Tandem-Tag auf und rund um Gut Gnadental im Mittelpunkt. Los geht's mit einer gemeinsamen Radtour und einem integrativen Fußballspiel

Ob auf dem Tandem oder an der Tischtennisplatte — das gemeinsame Sporttreiben von Behinderten und Nicht-Behinderten steht morgen beim 4. Tandem-Tag auf und rund um Gut Gnadental im Mittelpunkt. Los geht's mit einer gemeinsamen Radtour und einem integrativen Fußballspiel

Ex-Nationalspieler Wolfgang Funkel, der den Anstoß vornahm, hatte im Vorjahr ihren Spaß. Foto: Woischützke

Was haben Bernd Müller und Andreas Beikirch gemeinsam? Der langjährige WDR-Moderator ("Wunderschönes NRW") und der Ex-Europameister im Zweier-Mannschaftsfahren und Held ungezählter Sechstage-Rennen haben — wie so viele andere — schon beim "Tandem-Tag" in die Pedale getreten. Nicht auf einem klassischen Tandem, sondern auf einem der mittlerweile 15 Spezialgefährte, die der "Initiative Tandem" den Namen gaben.

Wenn sich morgen um 10 Uhr auf dem Parkplatz des Vincenz-von-Paul-Wohnheims im Meertal wieder die Startflagge zur vierten Auflage senkt, werden sich erneut Prominente in den Sattel schwingen. Doch nicht sie stehen im Mittelpunkt des folgenden sechsstündigen Programms (deshalb bleiben sie auch ungenannt). Sondern das gemeinsame Sporttreiben von Menschen mit und ohne (geistige) Behinderung.

So wie es die mittlerweile in die "Tandem-Stiftung Burkhard Zülow" überführte "Initiative Tandem" das gesamte Jahr über vormacht: Beim Judo, Voltigieren, Kanufahren und Radfahren treiben Schüler aus Sonder- und Regelschulen Woche für Woche gemeinsam Sport.

Doch nicht nur sie brennen darauf, morgen das Gelernte einmal vor Publikum vorzuführen. "Beim Tandemtag kann und soll jeder mitmachen", sagt Martin Limbach, der das Projekt beim Kreissportbund (KSB) koordiniert und auch für die Organisation des morgigen Tandem-Tages verantwortlich zeichnet. Auf einen ausgeklügelten Ablaufplan hat er bewusst verzichtet: "Das Ganze soll ein großes Fitnessfest werden."

Trotzdem gibt es einige Eckpunkte: Los geht's um 10 Uhr mit der gemeinsamen Radtour — jeder kann mit dem eigenen Fahrrad Begleitfahrzeug für die Tandems spielen — vom Meertal bis zum Gut Gnadental, weiter entlang über Erft und am Nixhof vorbei bis zur Bezirkssportanlage am Nixhütter Weg. Dort wird um 11 Uhr das "integrative Fußballspiel" zwischen zwei gemischten Mannschaften angepfiffen, gebidelt aus Kickern der DJK Gnadental, DJK Hoeningen und der Gemeinnützigen Werkstätten Neuss (GWN). Die Ankunft der Kanuten auf der Erft, wie immer musikalisch umrahmt von den "Jazz Brothers", leitet dann gegen 12.30 Uhr zum sportlichen Programm auf Gut Gnadental mit Voltigieren, Judo, Ringen, Tandemfahren, Hockey, einem Geschicklichkeitsparcours und Tischtennis über. Hier haben sich Michael Servaty, Leistungsträger aus dem Regionalligateam der DJK Holzbüttgen, sowie Bernd Forelle und Ken-Julian Oberließen vom Oberliga-Vizemeister TG Neuss angesagt, die ihr Können nicht nur gegeneinander, sondern gemeinsam mit den Special-Olympics-Cracks der GWN demonstrieren werden.

Getränke- und Imbissstände und eine reichhaltig bestückte Tombola, deren Erlös komplett in die Stiftung Tandem fließen, runden das Programm ab.

(NGZ)