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Lokalsport: Filip Minarik punktet bei der Premiere zwei Mal

Lokalsport : Filip Minarik punktet bei der Premiere zwei Mal

Sandbahnauftakt gestern auf der Neusser Galopprennbahn - Präsident Jan A. Vogel freut sich über zwei Siege renommierter Gestüte.

Mit dem Sieg eines Pferdes aus einem der traditionsreichsten deutschen Vollblutgestüte begann gestern auf der Neusser Sandbahn die Wintersaison 2017/2018 des deutschen Galoppsports. Championjockey Filip Minarik saß im Sattel des zweijährigen Hengstes Girard aus dem Gestüt Ebbesloh - es war ein überlegener Erfolg bei seinem insgesamt sechzigsten Sieg.

Das 110 Jahre alte Gestüt Ebbesloh in der Nähe von Gütersloh gehört in vierter Generation der Bielefelder Verlegerfamilie von Schubert. Zum Unternehmen zählt auch das im 130. Jahrgang erscheinende Fachblatt Sport-Welt. Im vorletzten Rennen glänzten die Rennfarben des in dieser Saison hierzulande die Züchter- und Besitzerwertungen dominierenden Gestüts Röttgen der Mehl-Mülhens-Sitftung. Nun auch mit einem Erfolg in Neuss. Meistertrainer Markus Klug war vor Ort geblieben, schließlich ging es um einen wichtigen Championatspunkt. Siegreiter im Sattel von Diaphora war der Niederbayer Martin Seidl. Rennvereins-Präsident Jan-Antony Vogel: "Der Sieg dieser beiden Pferde großer Gestüte zeigt doch eindeutig, wie wichtig Neuss als Rennbahnstandort für den gesamten deutschen Galoppsport ist."

Schon im zweiten Rennen wurde die Besitzer-Vielfalt dieser Szene wieder deutlich: Die Siegerin Romantic Angel mit der Steuerberaterin und Amateur-Reiterin Eva-Maria Herresthal im Sattel gehört Markus Waldemar Falk aus Beckingen-Honzrath im Saarland. Bereits in diesem Rennen kam es zu einem Reiterwechsel, denn Jockey-Senior Andreas Helfenbein (50) klagte nach dem zweiten Platz auf der Stute Jeföhl im ersten Rennen über Kniebeschwerden. Zu den zahlreichen talentierten Nachwuchskräften im Rennsattel zählt der in Bahrein geborene, 25-jährige Ali Alshowaikh. Nach der Verbüßung zahlreicher Peitschenstrafe gewann er gestern das dritte Rennen mit dem Wallach Cobra Royal aus dem Stall von Ertürk Kurdu in Düsseldorf. Der junge Mann hat viel Talent, es hapert jedoch an der Disziplin.

Drei Rennen hatte der fünfjährige Wallach Highly Favoured in dieser Saison schon gewonnen. Der Stil des Erfolges gestern am Hessentor läßt auf weitere Erfolge schließen. Mit Daniele Porcu im Sattel hatte er sieben Längen Vorsprung. Diesen für die Statistiken wichtigen Richterspruch hatte noch die bewährte Fachkraft Beate Pricken aus Krefeld verfasst. Das geschah aber nur in Vertretung des eigentlich vom Dachverband bestellten Zielrichters Andreas Cassuben, der aus Hamburg anreiste, in zahlreiche Staus geriet und schließlich zum fünften Rennen gegen 19 Uhr einsatzfähig war. Er war acht Stunden auf der Autobahn unterwegs.

Filip Minarik schaffte mit Rising Rock in diesem fünften Rennen noch einen weiteren Treffer auf dem Weg zur erfolgreichen Titelverteidigung. Zur Siegerehrung im sechsten Rennen erschien Sibylle Vogt, die mit Heart Storm Start-Ziel gewann. Das Pferd reiste aus dem Stall von Trainer Gerald Geisler aus Iffezheim an. Der Wallach gehört seiner Ehefrau Eva-Maria, vor zwei Jahren gefeierte Perlenketten-Siegerin am Hessentor und nun unmittelbar vor der Niederkunft ihres zweiten Kindes. Bis zur Siegerehrung war allerdings noch nichts zu vermelden. Die bei Markus Klug in Köln tätige Schweizerin hat in diesem Jahr im Derby in Hamburg für Klug den Außenseiter Sternkranz geritten und endete auf Platz 14.

Das Finale gestern sicherte sich mit ihrem 19. Jahressieg die 17-jährige Schülerin Lillie-Marie Engels aus Warendorf mit der Stute Kleopatra Kimberly aus dem niederländischen Stall von Lucien van der Meulen in Boxmeer.

Während des zweiten Rennens kam es zu einem zunächst dramatisch aussehenden Zwischenfall in Höhe des Ziels. Ein Besucher aus Ostwestfalen erlitt einen Zusammenbruch, doch das Team der Johanniter war sofort zur Stelle und versorgte den Mann, der ins Krankenhaus eingeliefert wurde.

Das Rennleitungsteam um Frank Becker, Beate Pricken und Hans Römers wurde gestern durch einen kundigen Hospitanten ergänzt. Der Schotte Ian Ferguson (47) hat seine Jockeylaufbahn nach Herzproblemen beendet und strebt nun eine Rennleiter-Laufbahn an.

(kgö)