Korschenbroich : Feuerwehrzentrale bleibt

Politik, Verwaltung und Florianer beharren auf der Feuerwehreinsatzzentrale: Landrat Hans-Jürgen Petrauschke hätte lieber eine hauptamtliche Tagesstaffel. Die Stadt glaubt nicht, dass diese nennenswerte Einsparungen bringt.

Mögen die im Stadtrat vertretenen Fraktionen auch sonst noch so oft uneins sein – geht es um die Feuerwehr, dann herrscht vielfach Konsens. Dies gilt auch mit Blick auf die Feuerwehreinsatzzentrale. An deren Besetzung mit eigenem Personal mag die Stadt jedenfalls nicht rütteln – ganz im Gegensatz zum Rhein-Kreis Neuss: Ebenso wie beim Streitpunkt Altpapier gibt es hier derzeit erhebliche Differenzen zwischen Stadt und Kreis.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke jedenfalls macht keinen Hehl daraus, dass er die Korschenbroicher Feuerwehreinsatzzentrale für "nicht erforderlich" hält. Petrauschke verweist darauf, dass bereits jetzt die Kreisleitstelle die Erst- alarmierung der Freiwilligen Feuerwehren vornehme. Der Landrat regt eine sogenannte Tagesstaffel an. Fiele die bisherige Alarmierungszentrale weg, könnten die bisher dort eingesetzten Feuerwehrleute in dieser hauptamtlich tätigen Staffel eingesetzt werden. Sowohl das Ehrenamt als auch der Haushalt würden dadurch entlastet, argumentiert Petrauschke, der auf entsprechende Erfahrungen Meerbuschs verweist.

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Die Korschenbroicher Antwort ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: Falle die Feuerwehreinsatzzentrale weg, werde die Sicherheit der Einwohner "erheblich und in nicht hinnehmbaren Maße gefährdet", erklärt Korschenbroichs Feuerwehrchef Frank Baum. Eine Auffassung, die der Landrat naturgemäß nicht teilt. Klar ist jedoch, dass die Einsatzzentrale nicht gegen den Willen der Stadt ersetzt werden kann. Hans-Jürgen Petrauschke pflichtet Frank Baum zumindest darin bei, dass die bisherige Korschenbroicher Praxis rechtlich zulässig ist. "Wir waren bisher in der Lage, mit einer Feuerwehreinsatzzentrale hervorragend klarzukommen", erklärt Bürgermeister Heinz Josef Dick, der eine Tagesstaffel für nicht nötig hält.

CDU-Fraktionschef Marc Venten spricht sich gleichfalls dafür aus, an der Einsatzzentrale festzuhalten: Die zu erzielenden Einsparmöglichkeiten seien allenfalls "begrenzt", so Venten. Hans-Jürgen Petrauschkes Hinweis auf Meerbusch vermag die Korschenbroicher Verantwortlichen nicht zu überzeugen: Eine Kosteneinsparung sei mit einem gleich gelagerten Vorgehen nicht zu erreichen, heißt es. Offen bliebe auch, wie es um die Mitarbeiter der Einsatzzentrale bestellt wäre, würde diese durch die Tagesstaffel abgelöst. Ob und wo sie in der Stadtverwaltung andere Aufgaben wahrnehmen sollten, sei eine Entscheidung der Stadt, so Petrauschke. Die verweist ihrerseits darauf, dass der Kreis eine Übernahme der städtischen Mitarbeiter nicht angeboten habe.

(NGZ)