Korschenbroich : Feuerwehrhaus ist zu klein

Die Zahl der Mitglieder im Löschzug Glehn steigt – und der "Zuwachs" macht eine Erweiterung seines Domizils nötig. Die Chancen dafür, dass es damit im kommenden Jahr klappen könnte, stehen gut.

Es ist erst gut zehn Jahre alt, doch das Feuerwehrhaus der Glehner Florianer platzt bald aus allen Nähten: Einst für 30, maximal 40 Feuerwehrleute konzipiert, ist es inzwischen das Domizil von 51 ehrenamtlichen Brandschützern. Und das führt zu Engpässen: So muss sich das einzige Mädchen der Jugendfeuerwehr inzwischen zu Hause umziehen, weil die Damenumkleide derzeit von den Männern benötigt wird. "Sie hat dafür Verständnis, ihr Vater ist auch Feuerwehrmann", sagt Löschzugführer Frank Hoffmann.

Dennoch könne dies kein Dauerzustand sein, lässt Hoffmann keinen Zweifel an der Dringlichkeit, das Gerätehaus zu erweitern. Zum einen geht es dabei um eine Vergrößerung der Umkleideräume. Zudem wird ein weiterer Stellplatz gebraucht, da der Löschzug Glehn einen weiteren Wagen erhalten soll. Stadtbrandinspektor Frank Baum teilt Hoffmanns Einschätzung, dass akuter Handlungsbedarf besteht: "Im Haushalt sind Planungskosten von 20 000 Euro veranschlagt", so Baum.

Ihm zufolge kann mit der Planung begonnen werden, sobald "wir die Freigabe des Haushalts haben. Die ist nach den Worten des Beigeordneten Rudolf Graaff inzwischen erfolgt: "Das Haushaltssicherungskonzept ist vom Rhein-Kreis Neuss erwartungsgemäß nicht genehmigt worden", so Graaff gegenüber der NGZ. Allerdings habe der Kreis festgestellt, dass "investive Maßnahmen keiner weiteren Genehmigung bedürfen, wenn keine Kredite hierfür aufgenommen werden" – und das ist mit Blick auf die Erweiterungsplanung für das Feuerwehrhaus der Fall. "Das Gebäudemanagement kann nun in die Planung eintreten", sagt Graaff.

Ob die Bauarbeiten tatsächlich, wie von der Feuerwehr gewünscht, 2011 in Angriff genommen werden können, "wird dann im Rahmen der Haushaltsberatungen entschieden", betont der Beigeordnete. Von einem regelrechten "Boom" mag Frank Hoffmann angesichts der Mitgliederentwicklung der stärksten Feuerwehreinheit in der Stadt nicht sprechen. "Auch in Kleinenbroich haben wir einen solchen Trend", so Hoffmann. Für ihn ist es vor allem "die gute Grundstruktur" in Glehn, die seit etwa acht Jahren für den stetigen Zuwachs sorge: "Es passt einfach." Frank Hoffmann zufolge ist es "eine gute Mischung von Jung und Alt", wobei "wir sehr ehrlich miteinander umgehen".

Grundsätzlich willkommen sind im Löschzug nicht nur Nachwuchskräfte, sondern auch "Leute über 40, die Berufs- und Lebenserfahrung mitbringen", beschreibt er die Offenheit gegenüber Neuzugängen. Was sich auch an der Motivation sehen lässt. Mit 24 bis 30 Beteiligten pro Einsatz liegt der Glehner Löschzug deutlich über dem üblichen Schnitt.

(NGZ)