Jüchen : Feuerwehrchef gesucht

Nach dem Rücktritt von Mario Heitbrink soll der neue Leiter der Feuerwehr möglichst im Dezember bestellt werden. Es gibt mehrere Interessenten. Vor der Entscheidung wird der neue Kreisbrandmeister die gesamte Wehr anhören.

Seit fünf Wochen steht die Freiwillige Feuerwehr unter kommissarischer Leitung von Michael Schröder. Zum 14. August hatte Feuerwehrchef Mario Heitbrink die Leitung nach drei Jahren abgegeben. Der Hochneukircher ist auch nicht mehr Mitarbeiter der Gemeinde, sondern wechselte beruflich in die Leitstelle des Rhein-Kreises in Neuss.

Wie geht's nun in Jüchen weiter? "Ich möchte am 14. November dem Ausschuss für Recht und Sicherheit einen personellen Vorschlag machen. Ich gehe dann davon aus, dass der neue Leiter der Wehr Ehrenbeamter auf Zeit, im Dezember vom Rat für sechs Jahre bestellt wird", sagt Bürgermeister Harald Zillikens.

Bis dahin ist einiges zu klären. "Das genaue Procedere bespreche ich mit dem neuen Kreisbrandmeister", so Zillikens. Harald Seebröker verlässt den Rhein-Kreis, als Nachfolger wurde gestern Norbert Lange aus Meerbusch gewählt.

Zillikens hat bereits mit der Wehrleitung und den Einheitsführern Gespräche geführt. "Wenn möglich, möchten wir die Position mit eigenen Kräften besetzen." Es gebe mehrere Interessenten, Namen nannte Zillikens gestern nicht. Klar ist aber: Der kommissarische Wehrleiter und bisherige Stellvertreter, Michael Schröder, möchte die Aufgabe nicht übernehmen — "aus persönlichen Gründen", wie der 45-Jährige erklärt.

Organisatorisch dürfte es Änderungen geben. Heitbrink war der erste Wehrleiter, der zugleich hauptberuflich für die Gemeinde beim Ordnungsamt arbeitete. "Er war zu 50 Prozent als Leiter der Wehr tätig und zur zweiten Hälfte im Ordnungsamt als Sachbearbeiter für Feuerwehrfragen. Das werden wir nicht wiederholen", so Zillikens. Seine Begründung: "Es ist schwer jemanden zu finden, der Feuerwehrmann ist und zugleich eine Verwaltungsausbildung hat." Ob der neue Wehrleiter bei der Gemeinde angestellt wird, sei offen: "Das kommt auf die Person an." Heitbrinks Vorgänger Hubert Bierewirtz etwa arbeitete bei RWE.

Das weitere Verfahren zur Personalentscheidung ist im Feuerschutzgesetz des Landes geregelt: Zunächst nimmt der Kreisbrandmeister Vorschläge aus der Gemeinde entgegen, prüft die fachliche Qualifikation. Mit dem oder den Vorschlägen geht er in die Anhörung der gesamten Wehr — auch der Jugendfeuerwehr. Zillikens geht von einem Termin im Oktober aus. Dabei werden die Mitglieder gefragt, ob sie den Betreffenden mittragen, ob fachliche Bedenken bestehen. Danach unterbreitet der Kreisbrandmeister dem Rat einen Personalvorschlag. Der Rat hat das letzte Wort, muss diesem Vorschlag nicht zwingend zustimmen.

(NGZ/rl)