Jüchen : Feuerwehr wirbt um Mitglieder

Die Feuerwehr hat zu wenig Einsatzkräfte, die Zahl der Aktiven soll auf 200 steigen. Wehrleiter Heinz-Dieter Abels will die Mitgliederwerbung forcieren. Zudem verstärkt der Bauhof die Wehr, verhindert so Engpässe.

Bei der Jüchener Feuerwehr besteht Handlungsbedarf: 170 Feuerwehrleute können in den drei Löschzügen und zwei Löschgruppen ausrücken – zu wenig. Laut Brandschutzbedarfsplan soll die Zahl der Aktiven auf mindestens 200 gesteigert werden. Das ist eine Aufgabe für Heinz-Dieter Abels, der seit einem halben Jahr die Freiwillige Feuerwehr Jüchen leitet.

Brände können personalaufwendig sein: Beim Großbrand in Gubberath waren 60 Feuerwehrleute aus Jüchen im Einsatz.. Foto: D. Staniek (Archiv)

In dieser Zeit hat Abels den größten Brand in Jüchen seit Jahrzehnten erlebt: Über Stunden kämpfte die Wehr Ende März gegen die Flammen, denen eine Scheune in Gubberath zum Opfer fiel. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung. 60 Jüchener Feuerwehrleute wurden durch Kräfte aus Grevenbroich, Neuss und Bedburg verstärkt. Gab's einen Engpass? "Nein", sagt Heinz-Dieter Abels: "Unsere personellen Kräfte reichten aus. Aus anderen Wehren wurden mehrere Großtanklöschfahrzeuge, ein Schlauch- und ein Gerätewagen angefordert – Fahrzeuge, die wir selbst nicht haben", begründet Abels.

In Gubberath loderten die Flammen an einem Samstag, doch was wäre, wenn es montags bis freitags tagsüber gebrannt hätte? Viele Feuerwehrleute arbeiten außerhalb und stehen dann bei Alarm nicht zur Verfügung. "Im Löschzug Hochneukirch bekommen wir an solchen Tagen etwa sechs, sieben Ehrenamtler zusammen, in Jüchen und Gierath zehn bis zwölf", schildert Abels. "Bei vielen Einsätzen tagsüber alarmieren wir deshalb drei Löschzüge gemeinsam, um eine ausreichende Mannschaft vor Ort zu haben. Wir überarbeiten zurzeit hierfür unsere Alarm- und Ausrückeordnung." In den Tagesstunden füllen außerdem Mitarbeiter des Gemeinde-Bauhofs die Lücke. "Mittlerweile haben 16 Beschäftigte dort eine Feuerwehrausbildung. Diese Lösung hat sich bewährt. Die Einsatzstärken sind gestiegen."

Doch Abels denkt an die weitere Zukunft, in den nächsten Jahren scheiden viele Aktive mit 60 oder 63 Jahren aus. Die Wehr will die Mitgliederwerbung forcieren: "Wir erarbeiten zurzeit einen Info-Flyer über die Wehr, das Infomaterial für die Jugendfeuerwehr ist bereits fertig", so Abels. Zusätzliche Motivation, sich ehrenamtlich zu engagieren, könne die neue Ehrenamtskarte geben. "Viele Feuerwehrleute nutzen sie bereits. Doch es wäre schön, wenn es weitere Anreize geben würde, wenn mehr Handwerker und Dienstleister Kartenbesitzern Prozente geben würden."

(NGZ)