Der Standort ist gut, aber...: Feuerwache platzt aus allen Nähten

Der Standort ist gut, aber... : Feuerwache platzt aus allen Nähten

Die Freiwillige Feuerwehr in Kleinenbroich hat gravierende Platzprobleme. "Uns fehlt es einfach an Fläche", bringt es dann auch Löschzugführer Uwe Foerster auf den Punkt. Ohne Anbau oder Umbau sieht Foerster die Leistungsfähigkeit des Löschzuges in Gefahr.

Kleinenbroich Das bekannte Thema bekommt eine neue Facette: Bereits im Vorjahr lenkte Uwe Foerster den Blick von Bürgermeister Heinz Josef Dick und dem für die Freiwillige Feuerwehr zuständigen Dezernenten Rudolf Graaff auf die erkennbaren Raumprobleme. Der Löschzugführer und mittlerweile auch stellvertretende Wehrleiter der Korschenbroicher Florianer legte im März anlässlich der Jahreshauptversammlung nach: "Ungeachtet mancher Arbeiten haben wir auf Dauer Probleme mit einem zu kleinen Gerätehaus."

Die Probleme, die der 45 Jahre alte Feuerwehrmann im Frühjahr erneut angesprochen hat, sind jetzt akut: "In der kommenden Woche wechseln zwei Aktive von der Jugendfeuerwehr in den Löschzug." Eigentlich sollte sich Foerster über die Verstärkung freuen. "Das tue ich ja auch", versicherte er im Gespräch mit der NGZ. Er sagte aber auch ganz deutlich: "Ich weiß nicht wohin mit den Jungs. Ich habe jetzt 40 Spinde und dann 41 Aktive." Und bei 41 Kameraden wird es in Kleinenbroich nicht lange bleiben. Durch die gute Jugendarbeit wachsen bis 2011 noch acht weitere Feuerwehrmänner nach.

"Uns ist das Raumproblem bewusst", so Bürgermeister Heinz Josef Dick, der ein Verfechter der Freiwilligen Feuerwehr fürs Korschenbroicher Stadtgebiet ist. Er ist Zuversichtlich, bis zum Jahresende eine mögliche Lösung für Kleinenbroich präsentieren zu können. "Wir haben eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die sich gemeinsam mit der Feuerwehr-Führung mit dem Thema ,Umbau, Neubau oder Anbau' befasst."

Für Wehrführer Frank Baum fällt ein Neubau komplett durchs Raster: "Der aktuelle Standort ist einfach optimal. Der darf nicht aufgegeben werden."

So sieht es auch Uwe Foerster für seine Einheit. "Ich habe sonst gar keine Möglichkeit, die uns vorgeschriebenen Zeiten einzuhalten." Bei der Erstalarmierung beträgt die so genannte Hilfsfrist acht Minuten. "In den folgenden fünf Minuten müssen weitere sechs Feuerwehr-Kameraden die Wache erreicht haben", skizziert Foerster den straffen Zeitplan. Erschwert wird die exakte Planung für die Freiwillige Feuerwehr auch durch die veränderteren Arbeitsbedingen: "Früher waren die Aktiven im Ort und auf dem Feld unterwegs. Mittlerweile arbeiten weit über 20 Aktive in den benachbarten Städten."

Unter dem Strich bedeutet das für Uwe Foerster. Er braucht mehr Feuerwehrleute, und die wiederum brauchen mehr Fläche zum Umziehen, Duschen und Raum zum Einlagern von Feuerwehr-Utensilien. "Diese Faktoren habe ich bei unseren Planungen alle berücksichtigt", spricht Uwe Foerster die realistische Zielstärke für seinen Löschzug mit gut 60 Mann an.

Bislang verfügen die Kleinenbroicher über zwei Duschen — eine für eine Frau und die andere für 39 Männer. Das ist — aus Foersters Sicht — für den Löschzug untragbar: "Speziell nach einem Brandeinsatz, wenn wir verrußt sind und uns der Geruch von Rauch und Feuer in den Kleidern klebt." Sein Vorschlag: Die kleine Fahrzeughalle und die Garage werden umgebaut, zudem wird der Flachdachbereich um eine Etage aufgestockt und damit an die vorhandenen Höhe angepasst.

Damit hätte der Löschzug Fläche für über 20 neue Spinde und Platz für den Mannschaftstransporter geschaffen. Mit einem Anbau auf der 25 Quadrameter großen Freifläche an der Rückfront der Wache könnte eine Werkstatt mit Lager entstehen, um im Gegenzug acht Männer-Duschen und einen Jugendraum zu schaffen.

(RP)