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VdS verlässt nach 2:2 gegen Kapellen den letzten Platz: Fernandez & Co vom Glück verlassen

VdS verlässt nach 2:2 gegen Kapellen den letzten Platz : Fernandez & Co vom Glück verlassen

Wüstensöhne unter sich. Weil auf der Sportanlage an der Südstraße offensichtlich die Sprinkleranlage ihren Geist aufgegeben hatte, hätten die Fußballer der beiden Landesligisten VdS Nievenheim und SC Kapellen auf knallhartem und vor allem extrem staubigem Aschenplatz sicher gut daran getan, Atemschutzmasken überzustreifen. Da die Gastgeber aber durch das redlich erstrittene 2:2-Unentschieden (1:1) die Rote Laterne (vorerst) an den SV BW Meer weitergaben, nahm Nievenheims verletzter Stammkeeper Thomas Kremser das Ärgernis mit Humor. "Bei uns kannst du entweder duschen oder den Platz wässern - beides auf einmal geht nicht."

Schon mehr gelacht hatte Kapellens Trainer Michael Habermann. Nach einem engagierten und spielerisch gar nicht mal schlechten Auftritt seiner Schützlinge meinte er frustriert: "Ich bin froh, wenn diese Saison vorbei ist." Der SCK ist in dieser Spielzeit einfach ein Klub ohne Glück - nichts geht den "Schwarz-Weißen" leicht von der Hand. "Wir treffen nur dann das Tor, wenn wir gar nicht mehr anders können", stöhnte Habermann. Ob's nun Pech oder schlichtweg Unvermögen war, als Abwehrchef Michael Hecker das Leder nach einem eigentlich harmlosen Freistoß von Lars Giesen mit der Brust zum 1:1 über die eigene Torlinie bugsierte (40.), sei mal dahingestellt, fest steht aber, durch diesen "Faux-pas" brachten sich die Gastgeber einmal mehr selbst um den Lohn aller Mühen.

"Und das zieht sich wie ein Roter Faden durch diese Saison", winkte Habermann traurig ab. Dabei hatte es nach dem wunderschön herausgespielten Treffer zum 1:0 durch Sascha Vaskovic (20.) richtig gut für Kapellen ausgesehen. Schade auch, dass der gute Schiedsrichter Frank Dickmann (Hamminkeln) in der 41. Minute den vermeintlichen zweiten Treffer von Toni Fernandez nicht geben konnte, weil er die Partie kurz zuvor nach einem mit der Gelben Karte geahndeten Foul von Giesen am fleißigen Maurice Simmons bereits unterbrochen hatte.

Im zweiten Abschnitt kam Habermann mit dem Zählen der vielen Einschussgelegenheiten gar nicht mehr nach. Sein Ergebnis von "15 hochkarätigen Chancen" hielt der heisere Kollege Bernd Meuter zwar für übertrieben, "so viele waren's nun wirklich nicht", doch Kapellen hätte nach dem 2:1 des stets anspielbereiten Fernandez (58.) einfach nachlegen müssen. So traf Hecker nur die Latte. Die nie aufsteckenden Gastgeber nutzten die Probleme des verunsicherten Kontrahenten prompt aus, glichen nach einem von Thomas Tröster gewonnenen Laufduell mit dem angeschlagenen Marco Niestroj und Schlussmann Dirk Hermes durch Andreas d'Heur erneut aus (64.).

Den ersten Punkt der Rückrunde verteidigte der Neuling danach selbst in Unterzahl (Giesen sah die Ampelkarte/70.) mit viel Herz. Meuter, der neben Torwart Daniel Preißner vor allem die Defensivarbeiter Kayhan, Korez und Becker lobte, bilanzierte zurecht: "Das 2:2 haben wir uns verdient." -sit

(NGZ)