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Fechten: Fechtern fehlt noch ein echter Kracher

Fechten : Fechtern fehlt noch ein echter Kracher

Bei den Europameisterschaften in Strasbourg stellt der TSV Bayer Dormagen mit sieben Athleten das größte Kontingent.

Heute beginnen im elsässischen Strasbourg die Europameisterschaften der Fechter. Gelegenheit für die so erfolgsverwöhnten "Säbler" des TSV Bayer Dormagen, eine fette Duftmarke zu setzen. "Denn die Saison war zwar ganz gut, aber einen echten Kracher hatte bislang noch keiner", räumt TSV-Fechtkoordinator Olaf Kawald ein.

Er hält am heimischen Höhenberg die Stellung, wenn sich seine sieben Schützlinge - damit stellt der TSV das größte Kontingent im 26-köpfigen Aufgebot des Deutschen Fechter-Bundes (DFB) - auf den Weg nach Frankreich machen: Heute reisen die am Montag zunächst im Einzelwettbewerb beschäftigten Damen Sibylle Klemm, Anna Limbach und Judith Kusian an, morgen folgen die Herren Benedikt Wagner, Max Hartung, Matyas Szabo und Richard Hübers, Ersatzmann für den immer noch angeschlagenen Nicolas Limbach. Dieses Quartett ist am Dienstag an der Reihe.

Im Hinblick auf die Weltmeisterschaften vom 15. bis 23. Juli im russischen Kazan will Limbach kein Risiko eingehen. Der 28-Jährige hat seit seinem am ersten Mai-Wochenende beim Weltcup-Turnier in Chicago erlittenen Muskelfaserriss im Oberschenkel nicht mehr trainiert. Der für ihn ins deutsche Team gerückte Hübers, 52. Weltrangliste, ist trotz seiner erst 21 Jahre beileibe kein unbeschriebenes Blatt: Im Vorjahr belegte er bei der Aktiven-EM in Zagreb Rang 31 im Einzel- und Platz fünf im Mannschaftswettbewerb. Der Team-Weltmeister bei den Junioren 2011 und 2013 tritt ohne großen Druck an. Anders sieht das bei seinen Teamkollegen aus. Max Hartung etwa ist ein Kandidat fürs Siegertreppchen. Im vergangenen Jahr verpasste der 24-Jährige bei der WM in Budapest nur um einen Treffer Edelmetall, beim Weltcup-Turnier Mitte Mai in Warschau scheiterte er erst im Finale am erfahrenen Italiener Aldo Montano. Da auch seine Kollegen "in guter Form sind und an einem guten Tag sicher um die Medaillen mitkämpfen", setzt Kawald im Elsass ganz stark auf den Mannschaftswettbewerb am kommenden Samstag (14. Juni). Kaum zu gefährden sein dürften zwar Russland und Italien, doch dahinter streiten sich Hartung (14. der Einzelweltrangliste), Wagner (21.), Szabo (25.) und Hübner, die mit Deutschland aktuell auf Rang vier geführt werden, mit Olympiasieger Ungarn, Frankreich und Rumänien um Bronze.

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Die deutschen Frauen müssen in Strasbourg ohne die mit ihrem Studium beschäftigte Stefanie Kubissa auskommen. Ihren Platz nimmt Judith Kusian (18) ein. Die EM-Debütantin, die wegen ihrer Operation am Knie ein Dreivierteljahr auf Eis gelegen hatte, kann ganz gelassen ins Turnier gehen. "Für sie ist das mehr ein großes Abenteuer", sagt Kawald. Mit Prognosen hält er sich ansonsten lieber zurück, "denn im Damensäbel kann immer alles passieren. Ich bin echt mal gespannt, wie weit unsere Mädels kommen".

Als 41. der Weltrangliste peilt Anna Limbach (24) die Runde der besten 16 an. Kawald: "Aber bei ihr weiß man eigentlich nie ..." Gleiches gilt für die mittlerweile 30-jährige Sibylle Klemm. Die 95. der Weltrangliste war zwar vielversprechend in die Saison gestartet, sei dann jedoch hinter den Erwartungen zurückgeblieben, sagt Kawald, "obwohl sie sie gut trainiert".

Im Teamwettbewerb erhält das Trio Unterstützung von Alexandra Bujdoso (Koblenz). Deutschland belegt in der Weltrangliste nur Rang 13, hat beim Weltcup in Chicago auf dem Weg zum sechsten Platz indes Korea und Frankreich bezwungen. Kawald: "Das EM-Viertelfinale ist machbar." Russland, Italien und die Ukraine sind die Favoriten.

(NGZ)