Fechten : Fechterinnen legen Fehlstart hin

Zum Auftakt der Fecht-Europameisterschaft in Sheffield mussten die Dormagenerinnen Stefanie Kubissa und Anna Limbach früh die Segel streichen. Kubissa setzte sich immerhin im internen Duell gegen Dauerrivalin Bujdoso durch

Von einer Pleite zum Auftakt der Fecht-Europameisterschaften am Freitag im englischen Sheffield mochte Olaf Kawald nicht sprechen. Doch seine Enttäuschung über das Abschneiden von Stefanie Kubissa und Anna Limbach, die im Säbelwettbewerb der Damen nicht über die Plätze 28 und 33 hinauskamen, konnte der Fecht-Koordinator des TSV Bayer Dormagen nur schlecht verhehlen.

"Es ist halt ein bisschen unglücklich gelaufen", meinte Kawald. Und dachte dabei nicht nur an die hauchdünne 14:15-Niederlage von Anna Limbach gegen die Polin Kataryna Kedziora, die ein Aufrücken der 21 Jahre alten, jüngeren Schwester von Vize-Weltmeister Nicolas Limbach in die Runde der besten 32 Säbelspezialistinnen verhinderte.

Auch Stefanie Kubissa war, wie meist bei einem Auftritt der 26-Jährigen bei einer Europameisterschaft, nicht gerade vom Glück verfolgt. Denn die Dormagenerin, die im vergangenen November mit Platz sechs bei den Weltmeisterschaften in Paris ihren bislang größten Erfolg auf der internationalen Fechtbühne gefeiert hatte, traf in eben dieser Runde der besten 32 auf die Ukrainerin Olena Khomorova — und die hatte in Paris die Bronzemedaille gewonnen.

Kubissa war bei der 7:15-Niederlage chancenlos und platzierte sich als 28. immerhin zwei Ränge besser als vor Jahresfrist in Leipzig. Der WM-Dritten nutzte ihr Sieg allerdings wenig, Khomorova musste sich im Endklassement mit dem zehnten Platz begnügen.

Ihre Gegnerin hatte eine Runde zuvor immerhin einen Prestigeerfolg errungen, als sie ihre Dauerrivalin Alexandra Bujdoso mit 15:14 aus dem Rennen warf. Die Koblenzerin gilt als Kubissas schärfste Rivalin im Kampf um einen Startplatz bei den Olympischen Spielen im kommenden Jahr in London. Bei den nationalen Titelkämpfen hatte die Dormagerin im Finale noch mit 12:15 das Nachsehen gehabt.

"Bujdoso zu schlagen ist nicht schlecht, aber dass die beiden schon so früh aufeinander getroffen sind, ist schon unglücklich", meint Kawald, der das Abschneiden des Dormagener Aushängeschildes in Sachen Frauenfechten jedoch nicht tragisch nahm: "Ihre Chancen auf eine Olympiateilnahme haben sich dadurch zumindest nicht verschlechtert. Viel wichtiger als die EM sind die Weltmeisterschaften Anfang Oktober in Catania."

Morgen werden die Titelkämpfe in Sheffield aus Dormagener Sicht fortgesetzt, wenn die Einzelkonkurrenz der Herren auf dem Programm steht. In die geht Nicolas Limbach als Medaillenkandidat, Benedikt Wagner und Max Hartung hoffen auf einen Finalplatz.

(NGZ)