Fechter Richard Hübers holt Gold bei den Militärweltspielen in Wuhan

Militär-WM : Richard Hübers gelingt tolles Comeback

Nach monatelanger Verletzungspause meldet sich der Säbelfechter des TSV Bayer Dormagen mit dem Titelgewinn bei den Militärweltspielen in China eindrucksvoll zurück. Ringerin Nina Hemmer holt nach Gold 2018 diesmal Bronze.

„Alles auf! Zur Meldungen an den Weltmeister – die Augen rechts!“  So viel Drill muss einfach sein, schließlich holte Richard Hübers, als Stabsunteroffizier der Bundeswehr in Köln-Longerich stationiert, bei den Militärweltspielen im zentralchinesischen Wuhan Gold für Deutschland.

Vor den Augen von Brigadegeneral Georg Klein, Major Christian Lützkendorf, Hauptmann Uli Döring (Team-Captain in Wuhan) und Stabsfeldwebel Anja Schache (Teammanagerin Fechten) gelang dem Säbelfechter des TSV Bayer Dormagen damit ein geradezu sensationelles Comeback. Anfang Februar musste sein beim Weltcup-Turnier in Warschau gerissener Meniskus auf dem OP-Tisch wieder zusammengeflickt werden. In der Folge verpasste der 26-Jährige sowohl die Heim-EM in Düsseldorf (Team-Gold für Deutschland) als auch die WM in Budapest (Rang vier). Schwer zu ertragen für einen Athleten, der bis zu seiner Verletzung praktisch zum Inventar der Nationalmannschaft gehörte. Umso höher ist sein Höhenflug in China zu bewerten, findet auch der als Trainer vor Ort verantwortliche Imre Bujdoso: „Gerade für Richie ist dieses Ergebnis nach acht Monaten Verletzungspause eine große Motivation und Selbstbestätigung. Mit dieser Leistung hat er sich in der Weltspitze zurückgemeldet.“ Hübner pflügte geradezu durchs erlesen besetzte Turnier:  Nach dem souveränen Einzug in die K.o.-Runde  ließ er im Achtelfinale dem Weißrussen Siarhei Kisel keine Chance (15:8), noch deutlicher wies er im Viertelfinale den Italiener Giovanni Repetti in die Schranken (15:6). Und im Halbfinale bezwang er in Dario Cavaliere einen weiteren Italiener mit 15:12.

Im Finale wäre er um ein Haar auf einen Landsmann getroffen, denn Hauptfeldwebel Björn Hübner-Fehrer (Future Fencing Werbach) hatte sich erst in der Vorschlussrunde dem Russen Konstantin Lokhanov mit 14:15 geschlagen geben müssen. Ihm blieb immerhin Bronze. Hübner wollte mehr – und er bekam Gold: Mit einer Top-Leistung rang er den für sein Land bei EM und WM tätigen Lokhanov mit 15:13 nieder und machte damit das Glück seines Trainers endgültig perfekt. Bujdoso: „Wenn einer von den Jungs in diesem starken Feld Gold holt und dann noch Bronze dazu, macht mich das sehr zufrieden.“ Olaf Kawald, als Sportlicher Leiter Fechten in Diensten des TSV Bayer Dormagen, fügte einordnend hinzu: „Klasse, wie Richie das gemacht hat. Das war ein starkes Signal von ihm in Richtung Nationalmannschaft.“ Ihn freute zudem der beherzte Auftritt der zweiten TSV-Fechters: Hauptgefreiter Lorenz Kempf zog nach verhaltener Vorrunde durch einen klaren Sieg gegen Aleksandr Trushakov (Russland) ins Achtelfinale ein. Dort unterlag er im deutschen Duell Hübner-Fehrer mit 4:15 und belegte damit Platz 16. Das fand er ziemlich in Ordnung: „Gegen Björn kann man durchaus verlieren.“

Die Freude muss raus: (v.l.) Richard Hübers mit der Gold- und Björn Hübner-Fehrer mit der Bronzemedaille. Foto: Martin Stollberg/DFB

Ihren WM-Titel nicht verteidigen konnte Nina Hemmer. Die Ringerin des AC Ückerath sicherte sich nach dem 10:0-Erfolg im kleinen Finale der Gewichtsklasse bis 53 Kilogramm über die Kasachin Ellada Makhyaddinova aber Bronze. Die 26-Jährige gewann zum Auftakt mit 9:0 gegen Tatyana Varansova aus Aserbeidschan, unterlag dann jedoch der späteren Weltmeisterin Jo Hwa Yon aus Nordkorea mit 4:14.

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