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Fechten: Fechter des TSV zeigen sich selbstkritisch

Fechten : Fechter des TSV zeigen sich selbstkritisch

Bei den Europameisterschaften in Kroatien waren die vier Dormagener ohne Medaille geblieben.

Die Runde der letzten 32, etwas mehr hätte es für Bundestrainer Vilmos Szabo bei den Europameisterschaften in Zagreb schon sein können. Warum es für seine am Höhenberg in Dormagen ausgebildeten Schützlinge Benedikt Wagner, Max Hartung, Matyas Szabo und Neuling Richard Hübers am Mittwoch nicht zu mehr gelangt hatte, war freilich auch ihm ein Rätsel. Sein erster Erklärungsversuch: "Sie waren nervös und vielleicht auch ein wenig übermotiviert."

Besonders negativ überraschte das frühe Ausscheiden von Benedikt Wagner (23 Jahre). Der Weltranglistendritte hatte gegen den keineswegs übermächtigen Csanád Gémesi schon mit 11:8 vorne gelegen, als sich der von einem Magen-Darm-Infekt geplagte Ungar für zehn Minuten aufs stille Örtchen zurückzog. Wieder zurück auf dem Center Court war er allerdings topfit und rang Wagner mit 15:13 nieder. Das fand Szabo "sehr ärgerlich, denn wir wollten hier um eine Medaille fechten", fügte jedoch sofort beschwichtigend hinzu: "Von den jungen Säblern kannst du noch kein Topergebnis erwarten. Eine EM ist mit einem Weltcup nicht zu vergleichen."

Angemessen zerknirscht zeigte sich auch Wagner: "Ich habe Fehler gemacht, zudem hat mich mein Gegner mit seiner angeblichen Verletzungspause offensichtlich doch aus dem Konzept gebracht." Wie eng Freud und Leid bei den Fechtern zusammenliegen können, erfuhr Max Hartung. Beim 14:12 gegen den Rumänen Tiberiu Dolniceanu war das Viertelfinale schon zum Greifen nah. Dann kassierte der bereits verwarnte 23-Jährige wegen eines Frühstarts die Rote Karte sowie einen Straftreffer — und schließlich verlor er das Gefecht mit 14:15. Dolniceanu stieß bis ins Finale vor, wo er sich mit einem 15:11-Sieg über den Russen Alexey Yakimenko den EM-Titel sicherte. Bronze ging an Enrico Berre' aus Italien und an den Russen Nikolay Kovalev.

Da am "Schwarzen Mittwoch" auch die Degenfechterinnen das Treppchen verfehlten — Olympiasiegerin Britta Heidemann (Leverkusen) belegte als beste Deutsche nur Rang zehn —, fand Delegationsleiter Sven Ressel klare Worte: "Natürlich hätten wir uns den ein oder anderen Podestplatz erwünscht. Es waren dann eben die kleinen taktischen und technischen Fehler, bei den Säblern auch in der einen oder anderen Situation fragwürdige Kampfrichterentscheidungen. Wenn dann noch Pech dazu kommt, geht so ein Tag mal daneben."

Benedikt Wagner hakte den missratenen Auftritt in der Einzelkonkurrenz umgehend "als "Pechtag ab" und konzentrierte sich gleich auf den heutigen Mannschaftswettbewerb. "Da haben wir noch eine Medaillenchance."

(NGZ/ac)