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Korschenbroich: FDP will fünf von acht Friedhöfen schließen

Korschenbroich : FDP will fünf von acht Friedhöfen schließen

Die Friedhofsgebühren sollen in Korschenbroich ein zweites Mal in diesem Jahr heraufgesetzt werden. Ab 1. August müssen die Bürger eine weitere Steigerung von bis zu 16,4 Prozent einkalkulieren.

Wenn der Stadtrat heute im Pescher "Haus Schellen" die erneute Friedhofsgebührensteigerung verabschieden wird, stellt sich die Korschenbroicher FDP quer. Fraktionschefin Hanne Wolf-Kluthausen wird sich zwar – wie in der Vorwoche im Betriebsausschuss – der Stimme enthalten, sagt aber: "Meine Fraktionskollegen stimmen dagegen."

Das "Nein" zur Gebührenerhöhung begründet Hanne Wolf-Kluthausen mit einer "irrwitzigen Kostenspirale", die es endlich zu durchbrechen gilt. "Wir müssen weg von acht Friedhöfen", kritisiert sie den Luxus. Ihre Hochrechnung: "Jeder Tag ohne Entscheidung treibt die Kosten weiter in die Höhe", wirbt sie für einen zeitnahen Beerdigungsstopp. Richtig rechnen würde sich die von der FDP schon mehrfach geforderte Zentralisierung aber frühestens ab 2040. Schließlich müssen bei allen Veränderungen im Friedhofswesen die Liegezeiten von noch 30 Jahren abgewartet werden.

Geht es nach dem Willen der FDP, sollte die Stadt Korschenbroich künftig nur noch Bestattungen in Korschenbroich, Kleinenbroich und Glehn zulassen. Für die Frontfrau der FDP ist eine Zentralisierung der richtige und einzige Weg. Diese Orte sind für alle Bürger Korschenbroichs gut erreichbar. Eine Erweiterung einzelner Teilfriedhöfe, wie dies beispielsweise für Pesch vorgesehen sei, ist für Wolf-Kluthausen "nicht zukunftstauglich".

Die Zahl der Beerdigungen hat sich deutlich verringert. Die Ursache sieht die FDP-Fraktionsvorsitzende in den enorm hohen Bestattungs- und Pflegekosten. Für sie ist der Trend eindeutig: "Herkömmliche Gräber sind Auslaufmodelle, die Nachfrage nach pflegearmen Grabstellen ist die Zukunft." Für Hanne Wolf-Kluthausen ein Grund mit, die Überlegungen in Richtung Grabeskapelle, Urnenwände und Stelen voranzutreiben. Voraussetzung für die FDP: "Aber nicht für jeden Friedhof."

(NGZ)