28. Erftlauf : Favoriten sind dünn gesät

Die Zeiten, als sich die Lauf-Elite des Kreises Neuss in geschlossener Formation an der Startlinie des Erftlaufs versammelte, gehören endgültig der Vergangenheit an. Das liegt nicht nur an der Traditionsveranstaltung, deren 28. Auflage die DJK Novesia Neuss am Samstag ab 12.15 Uhr in sicherlich bewährter Manier über die Bühne bringen wird.

Die Zeiten, als sich die Lauf-Elite des Kreises Neuss in geschlossener Formation an der Startlinie des Erftlaufs versammelte, gehören endgültig der Vergangenheit an. Das liegt nicht nur an der Traditionsveranstaltung, deren 28. Auflage die DJK Novesia Neuss am Samstag ab 12.15 Uhr in sicherlich bewährter Manier über die Bühne bringen wird.

Das liegt auch an der arg ausgedünnten Laufszene hierzulande: Wenn Christian Fischer, Holger Ahrenberg, Peter Kühne (alle Korschenbroicher LC), Torsten Gombert (DJK Kleinenbroich) und Petra Maak (TSV Bayer Dormagen) alle am Sonntag beim zweiten Lauf zum Deutschen Cross-Cup in Darmstadt an den Start gehen und die Soeder-Schwestern Christiane und Stefanie (ASC Rosellen) erst bei den Deutschen Cross-Meisterschaften in zwei Wochen vom Rennrad wieder aufs Laufen umsteigen, dann bleibt für den Erftlauf nicht mehr viel übrig.

Mit Stefanie Buss und Ute Jenke haben immerhin zwei Läuferinnen gemeldet, die mit dem ASC Rosellen in diesem Jahr Deutscher Berglaufmeister wurden, während bei den Männern die Meldeliste mehr als mau ist: Angeführt wird sie vom Vorjahreszweiten Uwe Pelzer, der zwar für den Ski-Club Düsseldorf startet, aber nur einen Steinwurf von Start und Ziel auf der Wolkeranlage entfernt wohnt.

Konkurrenz könnte ihm am ehesten noch von Berthold Mertes drohen. Doch der Achte der Marathon-DM im Dress des TSV Bayer Leverkusen ist Olympia-geschädigt: Als Redakteur des Sport-Informations-Dienstes (sid) konnte er in Sydney nicht trainieren. Mit Klaus Piepel (TG Neuss) und Ralf Kionke (Kajak Klub Düsseldorf) sind zwar zwei große Namen der Vergangenheit gemeldet, die aber eher für gute Platzierungen in ihren Altersklassen in Frage kommen.

Die Zeiten, als man beim Erftlauf unter 50 Minuten laufen musste, um unter die ersten 15 zu kommen, sind ebenfalls vorbei. Vorjahressieger Claus Seifert vom TSV Bayer Dormagen trudelte gerade mal nach 50:22 Minuten durchs Ziel. Dennoch werden der morgige Sieger und die morgige Siegerin neue Streckenrekorde aufstellen, denn erstens ist die 15-Kilometer-Distanz neu und nach amtlichen DLV-Richtlinien vermessen.

Und zweitens machen die Bauarbeiten an der A 57 eine Streckenänderung in Gnadental nötig: Statt vom Nixhütterweg direkt auf den Wanderweg parallel zur Autobahn einzubiegen, laufen die Teilnehmer über den Abteiweg zur Gnadentaler Allee und zwischen Kindergarten und Hauptschule wieder zurück auf den Wanderweg. Um die dadurch entstandene Mehrdistanz auszugleichen, wurde auf eine Schleife im Reuschenberger Busch verzichtet.

Auch wenn die Spitze dünn ist, der Teilnehmerzahl hat weder die Terminvorverlegung um eine Woche noch die Konkurrenz des Garather 15km-Laufes am gleichen Tag geschadet: 520 Voranmeldungen (davon 50 für den Bambinilauf) waren bis gestern bei Alois Wermke eingegangen, das sind rund 70 mehr als vor Jahresfrist. Um dem Andrang gerecht zu werden, hat die DJK Novesia morgen rund 80 Helfer im Einsatz.

Der Zeitplan:

12.15 Uhr Bambinilauf 400 Meter; 12.30 Uhr Wettbewerb der Schulen 1 Kilometer; 12.45 Uhr: Schüler/-innen D bis B 1 Kilometer; 14 Uhr: 15 Kilometer; 14.10 Uhr: 5 Kilometer. Volker Koch

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