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Korschenbroich: Familie renoviert alte Mühle

Korschenbroich : Familie renoviert alte Mühle

Der Neusser David Stromann (29) zieht mit Freundin und Tochter in die Kleinenbroicher Mühle. Zurzeit arbeitet er an der aufwendigen Renovierung. Für ihn war die alte Mühle Liebe auf den ersten Blick.

Ein Wahrzeichen von Kleinenbroich wird zum Wohnhaus: Der Neusser David Stromann (29) wird mit seiner Familie in die Kleinenbroicher Mühle einziehen. Zurzeit renoviert er das mehr als 120 Jahre alte Gebäude, das zuletzt als Wochenendhaus eines Privatbesitzers und Veranstaltungsraum gedient hatte. Sein Ziel: Von außen soll die Mühle ihr historisches Aussehen behalten – innen will er sie auf modernsten Stand bringen.

Stromann und seine Freundin Nadine Happekotte (28) hatten die Mühle im Juli 2010 gekauft. Eigentlich waren die beiden auf der Suche nach einem Haus in ländlicher Umgebung, weil sie Nachwuchs erwarteten. Die Mühle wollten sie nur mal anschauen. "Aber als wir sie sahen, war es Liebe auf den ersten Blick", sagt David Stromann. Die Mühle habe einen ganz eigenen Charakter, der Ausblick – an klaren Tagen bis nach Düsseldorf – sei großartig. "Außerdem gefiel mir die handwerkliche Herausforderung", sagt Stromann, der Brunnenbaumeister ist.

Eine Herausforderung ist die Instandsetzung wirklich, denn fast alles an dem Gebäude musste ersetzt werden: Das Dach bekam eine neue Kupferkuppel und wurde geschiefert, die Plastik- werden noch durch Holzfenster ersetzt. Alles in Absprache mit den Behörden, denn die Mühle ist denkmalgeschützt. "Innen machen wir im Prinzip alles neu", sagt Stromann. Die größten Sorgen bereitet ihm die Feuchtigkeit: Weil die Mühle nach oben schmaler wird, läuft der Regen an der Wand nach unten. Deshalb wird auf die Mauern noch eine wasserabweisende Schicht aufgetragen.

Auf fünf Etagen wird die Familie wohnen, verbunden mit Wendeltreppen. In der ersten Etage wollen sie ein Kaminzimmer einrichten, einer der alten Mühlsteine soll als Tisch dienen. Aus dem Bücherzimmer ganz oben wird man über die Landschaft blicken können.

Damit diese Pläne Wirklichkeit werden, kümmert sich Stromann zurzeit in Vollzeit um die Baustelle. Von seinem Arbeitgeber hat er sich dafür freistellen lassen. Er packt an, wo er kann, den Rest übernehmen Spezialfirmen. Unterstützung kommt von seinem Vater Albert Stromann, der Architekt ist. Ein Prunkstück soll die Heizung werden. Sie wird betrieben mit Grundwasser, das hochgepumpt und dabei erwärmt wird. Später fließt es erkaltet wieder zurück.

Bereits im März will die junge Familie einziehen. Mit dabei ist die Tochter, die im Dezember geboren wurde. Erst nachdem die Eltern sie Molina genannt hatten, fanden sie heraus, dass dieser Name auf Latein "Mühle" bedeutet. "Das ist eine glückliche Fügung", sagt David Stromann.

(NGZ)