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Über 60 Fälle: Exprokurist wird Bestechlichkeit vorgeworfen

Über 60 Fälle : Exprokurist wird Bestechlichkeit vorgeworfen

Wenn am 17. Juni vor der Zweiten großen Strafkammer - Wirtschaftsstrafkammer - des Landgerichtes Düsseldorf die Hauptverhandlung gegen Vorstände der Betriebskrankenkasse (BKK) Düsseldorf und der BKK Rheinmetall wegen Korruptionsverdachts eröffnet wird, muss sich auch ein 41-Jähriger aus Korschenbroich verantworten.

"Aus Korschenbroich stammt der Mitangeklagte Antonius Sch.", bestätigte der für die Presse zuständige Richter am Landgericht Düsseldorf, Rainer Drees, der NGZ. "Diesem Angeklagten wird Bestechung in 61 Fällen und Beihilfe zur Untreue in 27 Fällen vorgeworfen", fasste Drees den Straftatenkatalog zusammen. Sch. war Prokurist beziehungsweise geschäftsführender Gesellschafter von zwei Rehabilitations-Firmen. Und genau in dieser Eigenschaft soll er beide Vorstände der BKKs bestochen beziehungsweise ihnen Beihilfe zur Untreue geleistet haben.

Der Angeklagte Sch. war früher, vor Eintritt in die Rehabilitationsfirmen - laut Richter Drees - selbst für verschiedene Krankenkassen sowie den BKK-Landesvorstand in Essen tätig. Im Mittelpunkt der Hauptverhandlung, die zunächst auf zehn Verhandlungstage anberaumt ist, stehen aber Werner Kurt St. (51) und Wilfried D. (54). Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, zu Lasten der von ihnen vertretenden Krankenkassen wissentlich Rechnungen für tatsächlich nicht erbrachte oder überhöhte Leistungen beglichen zu haben.

Dafür wurden Kurt St. und Wilfried D. mit "Gelder in erheblicher Höhe" entlohnt. In diesen Zusammenhang wird auch der Korschenbroicher Antonius Sch. gebracht. Insgesamt soll der BKK Düsseldorf auf diese Weise ein Schaden von rund 3,9 Millionen Mark und der BKK Rheinmetall ein Schaden von etwa 1,7 Millionen Mark entstanden sein. -wi

(NGZ)