TSV Dormagen : Es reicht einfach nicht

Handball-Bundesligist TSV Dormagen mühte sich heute Abend zwar nach Kräften, am Ende ging der Tabellenletzte bei der 28:37-Niederlage im heimischen TSV-Sportcenter gegen Frisch Auf Göppingen jedoch regelrecht unter.

Die beste Nachricht des gestrigen Abends kam aus der Mindener Kampa-Halle: Dort unterlag GWD Minden dem TBV Lemgo mit 21:30 und bleibt so in Reichweite des TSV Dormagen. Da konnte der Tabellenletzte der Handball-Bundesliga die gleichzeitige 28:37-Heimniederlage (12:15) im TSV-Sportcenter gegen Frisch Auf Göppingen ein wenig besser verschmerzen, denn der Zug zum Klassenerhalt ist damit immer noch nicht abgefahren. Doch es wird zunehmend schwerer, noch an eine Rettung der Dormagener zumindest in sportlicher Hinsicht zu glauben.

Sie mühten sich nach Kräften, sie kämpften und sie rackerten fast bis zur totalen Erschöpfung — doch das alles reicht nicht, für den TSV Dormagen, um einem der besser platzierten Teams der Handball-Bundesliga über 60 Minuten gefährlich zu werden. Gegen Frisch Auf Göppingen reichte es zumindest 47 Minuten lang, die Hoffnung auf einen Punktgewinn aufrecht zu erhalten. Da hatten sich die Gastgeber vor 2084 Zuschauern nämlich nach zwischenzeitlichem Fünf-Tore-Rückstand wieder auf 21:24 durch zwei Treffer von Kreisläufer Sebastian Linder in Folge herangekämpft. Doch statt gegen den keineswegs handballerisch glänzenden Tabellensiebten noch die Wende zu schaffen, gingen die Dormagener in den letzten zwölf Minuten regelrecht unter. War es Resignation, waren es schwindende Kräfte — diese Frage werden die Spieler wohl nur selbst beantworten können. Die im ersten Durchgang noch so starke Deckung leistete den Göppingern jedenfalls so gut wie keinen Widerstand mehr, so dass die Gäste um den mit elf Treffern überragenden Nationalspieler Lars Kaufmann das Ergebnis beinahe noch zweistellig gestaltet hätten. Erschreckende 153 Gegentore haben die Dormagener nun in den jüngsten vier Partien kassiert — das ist einfach zu viel, um in der ersten Liga bestehen zu können.

Heute lag es freilich nicht an den Torhütern, dass es zu dieser Flut von Gegentreffern kam. Jens Vortmann, von Trainer Kai Wandschneider von Beginn an zwischen die Pfosten gestellt, begann stark, meisterte gleich vier Göppinger Würfe in den ersten zehn Minuten. Das nährte angesichts eines 3:4-Zwischenstandes die Hoffnung auf eine Überraschung. Doch schon da zeichnete sich ab, dass den Dormagenern im Positionsangriff einfach zu viele Stockfehler und Ballverluste unterliefen. Die nutzte Göppingen, um vom 7:7 (17.) auf 11:7 (20.) davonzuziehen — ein Vorsprung, den die Gäste nicht mehr aus der Hand geben sollten. Da nutzte es auch nichts, dass die Dormagener unverdrossen kämpften, da nutzte es auch nichts, dass der nach 18 Minuten eingewechselte Konstantinos Chantziaras seine mit Abstand beste Leistung bot, seit der griechische Linkshänder vor einem Jahr aus Stralsund an den Höhenberg gewechselt war — am Ende hatten die Hausherren nichts mehr zuzusetzen.

Düsseldorfs Coach spionierte

Unter den Augen von Düsseldorfs Trainer Goran Suton ließen sich die Dormagener in den Schlussminuten fast widerstandslos abschlachten. Spätestens im direkten Aufeinandertreffen mit den Düsseldorfern am zweiten Weihnachtstag wird sich zeigen, ob die Mannschaft von Trainer Kai Wandschneider noch eine Chance auf den Klassenerhalt hat.

(RP)