Ngz-Sportler Des Monats Februar Ole Grammann: Es fühlt sich an wie Fliegen

Ngz-Sportler Des Monats Februar Ole Grammann: Es fühlt sich an wie Fliegen

Mit persönlicher Bestweite flog der Wahl-Dormagener Ole Grammann zum Deutschen Junioren-Meistertitel im Weitsprung.

Dormagen Als Champion bei den Deutschen Hallenmeisterschaften im Weitsprung setzt Ole Grammann vom TSV Bayer Dormagen ein deutliches Zeichen nicht nur gegenüber seinen Konkurrenten in der U20. In drei Wettkämpfen der Wintersaison hat er jeweils seine persönliche Bestzeit verbessert und will nun weiter international angreifen.

Mit einer Bestleistung zum Abschluss einer perfekten Wintersaison ist Weitspringer Ole Grammann mehr als zufrieden. Beim Länderkampf im französischen Nantes konnte er seine Weite von 7,46 Metern, mit denen er Deutscher Jugendhallenmeister der U20 wurde, noch um zwei Zentimeter verbessern. "Das war eine unglaubliche Saison, die sehr erfolgreich war und ich brauche noch einige Zeit, bis ich das alles verarbeitet habe," sagt der Athlet des TSV Bayer Dormagen. Erst seit zwei Jahren trainiert der 17-jährige in Dormagen. "Angefangen hat alles mit sechs Jahren in einem kleinen Verein in der Nähe von Hamburg," sagt Grammann, "dort wurden sehr gute Grundlagen geschaffen." Anfang 2016 wurde der talentierte Sportler vom Internatsleiter nach Knechtsteden eingeladen, sich das dortige Konzept anzuschauen. "Ich besuchte das Internat für eine Probewoche und war begeistert," sagt der 17-Jährige, "es ist alles super organisiert und es ist toll, mit anderen Leistungssportlern zusammen zu leben und sich auszutauschen. Wir Sportler bekommen hier eine sehr gute Förderung, die ich in meinem Heimatverein nicht mehr hätte haben können."

Durch die Zusammenarbeit mit dem Norbert-Gymnasium und dem Olympiastützpunkt (OSP) konnte Grammann Schule und Training gut kombinieren. Nun will er sich voll auf den Sport konzentrieren. "Ich mache im Sommer mein Fachabitur, danach setze ich meinen Schwerpunkt auf die sportliche Karriere," sagt der Zehnkämpfer, der zum Weitsprung-Spezialisten wurde, "das heißt natürlich nicht, dass ich meine duale Karriere nicht im Blick habe. Ich hoffe, in das Sportförderprogramm der Bundeswehr aufgenommen zu werden, aber der Andrang ist sehr groß. Auch hier bin ich sehr dankbar, Unterstützung des OSP bei der Zukunftsplanung zu bekommen."

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Der Fokus liegt nun auf der Vorbereitung für die Sommersaison mit dem Ziel Junioren-Weltmeisterschaften in Finnland. Dazu arbeitet er mit einem Sportpsychologen zusammen, hat regelmäßig Physiotherapie und achtet auf seine Ernährung. "Dieses Jahr will ich alles mitnehmen was geht, mich 'ran tasten und Erfahrungen bei internationalen Wettkämpfen sammeln," sagt der Neunte der U18-WM in Kenia im vergangenen Jahr, "und nächstes Jahr soll es dann richtig los gehen, da möchte ich bei der Europameisterschaft vorne mitmischen."

Seit seinem Wechsel zum TSV Bayer Dormagen trainiert er beim dortigen Stützpunktleiter Dirk Zorn. "Als wir uns kennengelernt haben, war mir direkt klar: Das ist der Trainer, mit dem du Erfolg haben willst, ich kann mir keinen besseren Trainer vorstellen. Wir sind ein super Team und das nicht nur auf der Trainingsebene." Und auch der Trainer schwärmt von seinem Athlet: "Ole ist nicht nur talentiert, sondern kann sehr gut konzentriert arbeiten. Er hat eine ausgeprägte Bewegungsvorstellung und kann Korrekturen sofort umsetzten."

Daher können die beiden hart, aber auf den Punkt trainieren, und das an fünf bis sechs Tagen die Woche. "Ich trainiere immer noch Mehrkampf, auch wenn sich in den letzten Jahren die Erfolge beim Weitsprung zeigten", sagt Grammann, "aber nur Weitsprung zu trainieren, ist für meinen Körper nicht gut. Der Zehnkampf ist ein super Allround-Training." Trotzdem reizt ihn das Weitspringen sehr: "Das Fliegen in der Luft ist schon ein besonderer Kick in dieser Disziplin."

(hane)