Leichtathletik: Es fehlen nur noch drei Nationen

Leichtathletik : Es fehlen nur noch drei Nationen

Fünf Wochen vor der Jubiläumsauflage des Korschenbroicher City-Laufs kann sich Hans-Peter Walther relativ entspannt zurücklehnen: Die meisten Vorarbeiten für das Großereignis sind abgeschlossen, Eliteläufer aus 22 Nationen haben zugesagt.

Heute in einer Woche kann Hans-Peter Walther mit seinen Leichtathleten vom Korschenbroicher LC ganz entspannt ins Trainingslager nach Igea Marina an der italienischen Adriaküste fahren — und das, obwohl es dann nur noch vier Wochen bis zum Internationalen Korschenbroicher City-Lauf sind.

Nadezda Trilinkskaya (links) und Karolyna Jarzynska (2. v. r), die Siegerinnen 2012 und 2011, kann Hans-Peter Walther auch am 21. April in den Arm nehmen. Foto: Woitschützke, Andreas (woi)

Dessen 25. Auflage am 21. April soll dem Jubiläum entsprechend eine ganz besondere werden. Trotzdem strahlt Walther, im Hauptberuf stellvertretender Leiter des Amtes für Schulen, Kindertageseinrichtungen, Kultur und Sport in der 33 235 Einwohner zählenden Kleinstadt am Niederrhein, eine bemerkenswerte Ruhe und Gelassenheit aus.

"Früher war es hektischer", sagt der 61-Jährige, "da habe ich von Italien aus noch viele Dinge regeln müssen." Mittlerweile hat er den größten Teil der Vorbereitungen für das Spektakel, zu dem 4000 Läufer und fünf Mal so viele Zuschauer erwartet werden, schon abgeschlossen. Hilfreich ist dabei, dass ihm der im gleichen Amt tätige Jörg Herold inzwischen in vielen Bereichen hilfreich zur Hand geht oder sie gleich in Eigenregie erledigt. Denn Herold soll eines nicht mehr allzu fernen Tages, wenn Hans-Peter Walther in den Ruhestand wechselt, neuer "City-Lauf-Chef" werden.

Eines aber lässt sich der gebürtige Sachse, der 1988 noch vor der Wende aus der DDR an den Niederrhein kam und seit 1990 in Diensten der Stadt Korschenbroich steht, nicht nehmen: die Einladungen für den "Lauf der Asse" und den Elitelauf der Frauen. In diesem Jahr verfolgt er ein ehrgeiziges Unterfangen: Zur 25. Auflage des City-Laufs hätte er bei der Elite gerne Läuferinnen und Läufer aus 25 Nationen am Start. Walther ist optimistisch, dass ihm dies bis zum 21. April noch gelingt: "Wenn ich Deutschland mitzähle, sind es jetzt schon 22", sagt der Organisationschef mit Blick auf die rund 80 Zusagen, die bei ihm eingegangen sind.

Der Schwerpunkt liegt auf den europäischen Nationen. Und damit mein Walther nicht nur die westlichen Nachbarn aus Belgien und den Niederlanden, "von denen ich etlichen absagen musste, so viele wollten kommen", und die traditionell stark vertretenen, weil in Sachen Fahrtkosten und Unterbringung wenig anspruchsvollen Läufer aus Osteuropa. Besonders stolz ist er auf den hohen skandinavischen Anteil: "Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland — das hatten wir in so geballter Form noch nie." Drei Länder stehen noch auf seiner "Wunschliste", um die 25 komplett zu machen: Island, Portugal und Luxemburg. Und wenn Hans-Peter Walther sagt: "Das schaffen wir auch noch", ist man geneigt, ihm zu glauben. Ebenso gefreut hat er sich über die Zusagen von Nadezda Trilinskaya und Karolyna Jarzynska: Die Russin gewann 2012, die Polin im Jahr zuvor — da wurde Trilinskaya Zweite. "Und die Vorjahressieger einzuladen ist immer das erste, was ich mache", sagt Walther.

Doch die Elite ist nur die eine Seite der City-Lauf-Medaille. Mindestens genau so wichtig sind dem OK-Chef die Läufe der Kinder und Breitensportler. Den Volkslauf über fünf Kilometer hat er diesmal ans Ende der sechsstündigen Veranstaltung gelegt, der Start ist nicht mehr vor, sondern um 17.20 Uhr nach dem Elitelauf. Walther verspricht sich davon mehr Aufmerksamkeit für beide, die Spitzen- wie die Volksläufer. 350 haben bis jetzt die Möglichkeit genutzt, sich online anzumelden — bis zum 11. April ist dies für Korschenbroicher Bürger kostenlos. Auch die vergleichsweise niedrige Zahl nimmt Walther sehr gelassen: "Der große Run kommt nach Ostern." Dann ist er auch wieder aus Igea Marina zurück.

(NGZ/ac)