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Korschenbroich: Erfolgreiches Oldtimer-Treffen

Korschenbroich : Erfolgreiches Oldtimer-Treffen

Die Zweiräder mussten sich am Sonntag die Aufmerksamkeit der Besucher mit den Autos teilen: Die Oldtimerfreunde Glehn hatten eingeladen, und trotz des wechselhaften Wetters war die Resonanz beachtlich.

Rund um die Raiffeisen-Warenzentrale herrschte am Sopnntag bereits am frühen Vormittag geschäftiges Treiben. Viele Anbieter hatten ihre Stände überdacht — sicher ist sicher. Damit wirklich für jeden etwas dabei war, wurde das Angebot an Literatur und Ersatzteilen für Autos und Motorräder um allgemeinen Trödel ergänzt. Opas alte Aktentasche wartete ebenso auf einen neuen Besitzer wie die gehäkelten Toilettenpapier-Hüllen für die Hutablage.

"Kumpel, was soll dieses Kästchen kosten?" Es herrschte wie immer ein familiärer Ton auf dem Teilemarkt der Oldtimerfreunde Glehn — das macht ihn so beliebt bei den Händlern. Sie kommen gern, auch wenn sie keine Rekordumsätze erzielen.

Jupp Weber aus Würselen bei Aachen ist ein typisches Original, wie man sie Sonntag in großer Zahl antreffen konnte. "Hast du 'ne E-mail-Adresse", wollte ein Kunde wissen. Hat der Jupp natürlich nicht, dafür jede Menge alte Vergaser und andere Kleinteile, sorgfältig geordnet und in Kisten präsentiert. Unter anderem hatte Weber eine alte italienische Maschine der Marke Malagutti mitgebracht. Sein Reim dürfte zwar zutreffend, aber wenig verkaufsfördernd gewesen sein: "Malagutti — schnell kaputti."

Hans Löhrer aus Bedburg ist Spezialist für das Herkules Wankel-Motorrad W 2000 aus den 70er Jahren. "Von denen sind nur noch rund 110 angemeldet", erzählte Löhrer. Wolfgang Kremer, Vorsitzender der Oldtimerfreunde Glehn, ist bereit, einen hohen Preis zu zahlen, um sich einen Jugendtraum zu erfüllen: "Ich suche eine Hoffmann-Vespa, wie ich sie als junger Mann besessen habe. Dafür gebe ich im Tausch jede Menge Mopeds und alte Fahrräder her." Die graue NSU Quickly in tadellosem Zustand dürfte allerdings nicht zur Disposition stehen — an ihr hängt Kremer schon sehr.

Das wohl skurrilste Auto hatte Rudolf Gerkhausen aus Schiefbahn mitgebracht: Von seinem AWS-Shopper wurden Mitte der 70er Jahre 1700 Exemplare gebaut, rund 50 sind noch auf der Straße. Weniger Auto geht nicht: Das kantige Mobil, basierend auf der Bodengruppe des Goggomobil, war als Angebot gedacht für alle Besitzer des alten Führerscheins IV, die auf ein Dach über dem Kopf und auf vier Räder nicht verzichten wollten.

Das 250-Kubikzentimeter-Motörchen sorgt für eine Höchstgeschwindigkeit von 72 Sachen — da wird selbst die Tour von Schiefbahn nach Glehn zur Kurzreise. Klaus Müller aus Korschenbroich wartete auf Leute, die genau das brauchen, was er zu bieten hat wie neue, originalverpackte Wischerblätter für Autos wie den Ford Granada. Bei ihm gab's einen Abverkauf. Der Grund: "Zu wenig Zeit fürs Hobby."

(NGZ)