Jugend musiziert: Erfolgreich auf Bundesebene

Jugend musiziert : Erfolgreich auf Bundesebene

Von Simon Hopf

Von Simon Hopf

Das Warten auf die Ergebnisse war bei aller Aufregung während der Tage zuvor doch eindeutig "das Schlimmste", ist sich Kathrin Stommel (16) sicher. Die Zitterpartie wich bald dem Jubel: Schließlich erreichte Kathrin mit ihrem Ensemble im Rahmen des 41. Bundeswettbewerbs "Jugend musiziert" einen ersten Preis. So wie sie auf der Blockflöte erspielten sich auch Sebastian Euler (21, Cembalo) und Kerstin Fehrenbacher (15, Cembalo) vorderste Plätze mit ihren jeweiligen Ensembles in der Kategorie Alte Musik.

Für den Wettbewerb reisten die Drei ebenso wie viele hundert weitere talentierte junge Musiker aus ganz Deutschland für eine Woche ins schwäbische Trossingen, um sich dort den Ohren einer kritischen, nach einhelliger Meinung der Prüflinge zwar "netten" aber zuweilen auch etwas akademisch urteilenden Jury zu stellen.

Kathrin, Kerstin und Sebastian konzertierten mit Ensembles der Jüchener Musikschule "Pro Musica", die eng mit der Kreisjugendmusikschule kooperiert. Auf dem Programm standen Stücke von Purcell, Castello, Quanz oder Vivaldi, aufgeführt werden mussten in einem begrenzten Zeitrahmen Kompositionen zwei verschiedener Stilrichtungen, darunter ein mehrsätziges Werk "durch alle Höhen und Tiefen". Es wurde "alles bewertet", Notensicherheit, Interpretation, souveränes Musizieren, und was sich sonst so alles vorstellen lässt.

Der Erfolg der Jüchener Musiker ist nicht zuletzt Marion Bleyer-Heck zu verdanken, Lehrerin an der Kreisjugendmusikschule und bei "Pro Musica". Bleyer-Heck leitet mehrere Ensembles und hat schon mehrfach von ihr begleitete Gruppen und Solisten bei musikalischen Wettbewerben auf Regional-, Landes und Bundesebene sehr gute Ergebnisse erzielen sehen.

Sie sei "jedes Mal wieder freudig überrascht", meint die 38-Jährige bescheiden. Sie war es auch, die "Pro Musica" vor mittlerweile 18 Jahren noch während ihres Studiums ins Leben rief und die Musikschule bis heute leitet - theoretisch, denn zurzeit macht sie Erziehungsurlaub, vertreten wird sie von Thomas Oldenbürger.

Dass "Pro Musica" ausgerechnet in Jüchen angesiedelt ist, verdankt sich einer kleinen Anekdote: Bleyer-Hecks in Jüchen wohnender, ehemaliger Musiklehrer auf dem Gymnasium an der Gartenstraße in Mönchengladbach ging nach Portugal - "und ich habe seine Schüler geerbt". In Jüchen, wo der Pädagoge auch privat unterrichtete. Bei den "geerbten Schülern" blieb es nicht lange, neue Musiker kamen hinzu. "Pro Musica" war zudem von Anfang an auch eine Schule für Flötisten, denn: "Die Blockflöte wird oft stiefmütterlich behandelt."

Noch einmal zurück zu Kerstin, Kathrin und Sebastian und ihren ersten Plätzen bei "Jugend musiziert": Übung macht den Meister, oder? Die Antwort heißt "Jein". "Das muss stetig wachsen", meint Marion Bleyer-Heck. Entscheidend seien Unterricht, Fleiß und Talent und noch etwas: "Es muss auch immer noch Spaß machen."

(NGZ)