Jüchen : Erdbeer-Ernte im November

Landwirt Theo Kox aus Stessen wollte es kaum glauben: Einige der für die kommende Saison gesetzten Erdbeeren sind bereits jetzt rot und reif. Nun erntete er die Früchtchen für den Wochenmarktverkauf – und lässt auch die Kunden staunen.

Landwirt Theo Kox aus Stessen wollte es kaum glauben: Einige der für die kommende Saison gesetzten Erdbeeren sind bereits jetzt rot und reif. Nun erntete er die Früchtchen für den Wochenmarktverkauf — und lässt auch die Kunden staunen.

Theo Kox, Obstbauer aus Stessen, sieht zurzeit auf seinen Feldern rot — seit mehr als 30 Jahren züchtet er auf dem Koxhof unter anderem Erdbeeren, doch rote Früchtchen Mitte November: "Das hat es noch nie gegeben", sagt der 57-Jährige kopfschüttelnd. Zum Staunen bringt er damit die Besucher von zwei Düsseldorfer Märkten, wo er die frischen Früchtchen zurzeit verkauft. Am Koxhof selbst werden Interessenten indes vergebens klingeln, einen Hofverkauf gibt es bei ihm nicht.

Einige der Erdbeerpflanzen, die Theo Kox für die kommende Saison 2012 gesetzt hat und erst im Frühjahr ernten wollte, sind bereits jetzt reif. Eine Erklärung für diese viel zu frühe Reife hat der erfahrene Landwirt allerdings auch nicht: "Vielleicht liegt es am warmen Wetter, vielleicht an der Sonne", vermutet er. Worauf Theo Kox jetzt mit besonderer Spannung schaut: "Wie sich die Pflanzen im Frühjahr entwickeln."

Reife Erdbeeren noch im November — das sorgt auch für Kopfschütteln bei Heinrich-Ludger Rövekamp (44), einem der Beerenobst-Experten bei der Landwirtschaftskammer Rheinland. "Das ist ungewöhnlich, besonders für Freilandkulturen." Generell sei der Trend zu beobachten, dass die Zeit für Erdbeeren über die üblichen saisonalen Monate von Mitte Mai bis Anfang August verlängert werden. Dazu werden die Pflanzen im Freiland entweder mit Folien geschützt oder sie werden direkt in Gewächshäusern gezogen. Für den Obstbauern stelle dies einen höheren Aufwand dar, der sich für den Verbraucher auch im Preis zeige, so Rövekamp. Aber viele Kunden seien bereit, diesen Preis für deutsche Erdbeeren zu zahlen.

Theo Kox rechnet mit insgesamt rund 60 Pfund Erdbeer-Ausbeute, die er in den nächsten Tagen noch in Stessen ernten und in Düsseldorf verkaufen kann — nur ein kleiner, aber ungewöhnlicher Teil seines Sortiments. Dazu gehören — ganz typisch für die eigentlich kälteren Monate Oktober und November — Feldsalate, Paprika oder Wintergemüse. Was ebenfalls in den nächsten Tagen auf dem Koxhof angeliefert wird und zum Verkauf bereitsteht, sind Weihnachtsbäume. "Diese kommen — anders als die Erdbeeren — aber nicht aus der eigenen Aufzucht", erzählt der Stessener Landwirt.

Ob diese späte Erdbeer-Ernte eine Ausnahme bleibt, das wird Theo Kox erst im kommenden Herbst sagen können. Vielleicht reifen dann wieder auf dem Stessener Hof die Erdbeeren — kurz, bevor der Christbaumverkauf beginnt.

(NGZ/jt)