Jüchen : Engpass Odenkirchener Straße

Achtlos abgestellte Autos sorgen auf einem Teil der Odenkirchener Straße für Ärger: Immer wieder stauen sich Wagenschlangen bis zur Neusser Straße. Die FDP will das Problem per Parkverbot lösen. Was die Händler sagen.

Wer auf der Odenkirchener Straße unterwegs ist, kommt ohne Geduld nicht weit. Denn sobald einige Autos auf einer Fahrspur geparkt werden, wird die schmale Durchgangsstraße zum Nadelöhr. Dann staut sich der Verkehr – in den frühen Abendstunden sogar bis über den Kreisverkehr am Markt hinweg auf die Neusser Straße. Die Jüchener FDP will etwas gegen den Stau unternehmen. "Wir wollen zu den Hauptverkehrszeiten an der Odenkirchener Straße zwischen Marktplatz und Weyestraße ein Halte- und Parkverbot", sagt Fraktions-Chef Herbert Altenberg.

Nur wenige Meter weiter, am Marktplatz, gibt es Parkplätze. Trotzdem halten Autofahrer und Lieferanten immer wieder auf der Fahrbahn – naheliegend, dass sie nah an den Läden parken wollen.

"Auf der Odenkirchener Straße gibt es ein großes Verkehrsproblem", sagt der FDP-Fraktions-Chef. Er schlägt ein absolutes Halte- und Parkverbot zwischen 7 und 9 Uhr sowie zwischen 15 und 18 Uhr vor. Warum die Gemeinde jetzt handeln muss: "Wenn der geplante Lidl-Markt kommt, wird sich das Verkehrsproblem vergrößern." Schon jetzt würden sich viele Jüchener über die Staus ärgern.

Was die Händler an der Odenkirchener Straße von den FDP-Plänen halten: "Die Gemeinde muss etwas für uns tun", fordert Hermann-Josef Büskens (69), der ein Blumengeschäft betreibt und unmittelbar von der Verkehrssituation betroffen ist. "Parkplätze sind wichtig, aber es gibt zu wenige." Besser sei es, Lastwagen umzuleiten. Tischler Stefan Haupt, der über eigene Parkplätze verfügt, sagt: Ein Halteverbot wäre wichtig, damit Busse und Laster problemlos fahren können. Aber es müssten auch weitere Parkplätze geschaffen werden." Irene Quack (73), Inhaberin der landwirtschaftlichen Betriebe Erich Quack, stimmt zu und ergänzt: "Ein Halteverbot würde es für die Geschäfte noch schwieriger machen. Zum Be- und Entladen sollte man weiterhin halten können." Stefanie Wirtz (39), Ehefrau von Möbelgeschäft-Betreiber Christoph Wirtz, schlägt vor, "Hinter Haus Katz zu parken und zu laufen. An der Odenkirchener Straße kann man schlecht halten. Wie schnell ist da ein Außenspiegel abgefahren."

Dass der FDP-Wunsch nicht nur auf Zustimmung stößt, weiß Herbert Altenberg: "Nicht alle Händler werden mit unserer Idee zufrieden sein." Der Gemeinderat votierte dafür, dass sich die Verkehrspolitiker im Bau- und Nahverkehrsausschuss damit beschäftigen.

(NGZ)