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Jüchen: Engagiert für die Otzenrather Pfadfinder

Jüchen : Engagiert für die Otzenrather Pfadfinder

Josef Bischoffs ist seit mehr als 30 Jahren bei den St.-Georg-Pfadfindern. Heute ist er Kurat des Stamms Otzenrath mit 55 aktiven Mitgliedern. Der 52-Jährige, der das partnerschaftliche Füreinander schätzt, packt überall an, wo Hilfe benötigt wird.

Josef Bischoffs erinnert sich noch gut daran, als der damalige Pfarrer Matthias Cremer im Jahr 1971 alle Messdiener angesprochen hatte, zur Verstärkung der Otzenrather Pfadfinderschaft beizutragen. Bischoffs trat bei und ist auch nach mehr als 30 Jahren noch engagiert dabei — als Kurat des Pfadfinderstammes, an den sich alle 55 aktiven, aber auch die passiven Mitglieder vertrauensvoll wenden dürfen.

Josef Bischoffs kam im April 1960 zur Welt, wuchs im alten Dorf Otzenrath auf. Seine Frau Ruth lernte er vor 24 Jahren kennen. "Beim Kung-Fu-Kampfsport", verrät Bischoffs. Der heute 52-Jährige war der drittletzte Umsiedler seines Heimatortes, das der Braunkohle weichen musste. Die Kinder des Ehepaares sind Lisa (22), Fee (20) und Fionn (17), von klein auf waren sie gemeinsam mit ihrem Vater bei den Otzenrather Pfadfindern.

Beständigkeit sei eine seiner größten Tugenden, sagt Josef Bischoffs. "Meine erste Truppstunde als Jungpfadfinder erlebte ich 1971 in der damals leerstehenden Wohnung über dem Pfarrheim im alten Dorf", berichtet er. In den 1970er Jahren sei der große Aufschwung gekommen — der Otzenrather Stamm zählte plötzlich über 80 Mitglieder, die bis Anfang der 1980er Jahre sogar etliche Räume des Leuffenhofes, der "Schlösschen" genannt wurde, nutzen durften. "Das war eine wunderschöne Zeit für uns alle", sagt der 52-Jährige, der bei den Pfadfindern vor allem das partnerschaftliche Füreinander mag.

In den Zeiten der Umsiedlung hatten es die Otzenrather Pfadfinder nicht leicht. "Erst hatten wir im alten Ort keine Heizung mehr, dann waren Strom und Wasser weg — dann gab es keine Toilette mehr, außerdem mussten wir drei Monate lang mit Gasflaschen heizen", erzählt Bischoffs, der im Team mit Pfadfinderkollegen für Abhilfe sorgte. Denn nach diversen Übergangslösungen musste endlich ein neues und dauerhaftes Domizil im neuen Ort Otzenrath her. Auf dem jetzigen Zeltplatz an der Jahnstraße 50 wurden zwei Container wohnlich hergerichtet. Mit viel Holz natürlich. Bei seinen Pfadfindern wird Josef Bischoffs nicht nur liebevoll "Seppel" genannt, sondern auch "unser Holzwurm". "Weil er als Schreiner nun mal der kompetente Mann ist, für alles, was mit Holz zu tun hat," erklärt Uwe Heyll, der vor zwei Jahren den Vorsitz in Otzenrath an Wolfgang Schneider abgegeben hat und Vorsitzender des Trägerwerkes wurde. Heyll erzählt, dass "Seppel" immer Anlass bietet für jede Menge Spaß und gute Laune bei den Kindern. Beispielsweise, wenn er zu aller Gaudi seine "legendären Butterbrote" belegt. "Mit Senf, Marmelade, Sahne, Ketchup, Salami und allem, was sonst keiner mag", meint Uwe Heyll schmunzelnd. Bekannt ist Bischoffs auch für "mitternächtliche Snacks" wie süße Eierpfannkuchen, die er mit Hingabe für alle Kinder und Kollegen zaubert.

(NGZ)