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Emanuel Buchmann startet beim Radrennen Tour de Neuss

Radsport : Tour-Star Emanuel Buchmann startet in Neuss

Das verspricht der Knüller zu werden bei der 18. Auflage der Tour de Neuss am kommenden Mittwoch: Emanuel Buchmann, der neue deutsche Radsport-Star, der drei Etappen vor Ende der Tour de France noch Chancen auf den Gesamtsieg hat, gab den Organisatoren des Neusser Radfahrervereins seine Startzusage. Mit ihm kommen fünf weitere Fahrer direkt von der Frankreich-Rundfahrt auf die Kaiser-Friedrich-Straße, darunter Vorjahressieger Nils Politt.

Es ist nichts passiert auf der vermeintlichen Königsetappe der Tour de France am gestrigen Donnerstag mit dem legendären Col du Galibier als vorläufigem Höhepunkt. Zumindest nicht aus deutscher Sicht, denn Emanuel Buchmann erreichte nach 208 Kilometern das Ziel in Valloire als Elfter inmitten der Favoriten und hat als Gesamtsechster mit 2:14 Minuten Rückstand auf den weiterhin führenden Franzosen Julian Alaphilippe noch immer alle Chancen auf den Gesamtsieg. „Es lief wieder ganz gut. Ich war wieder bei den Besten dabei,“ sagte der 26 Jahre alte Ravensberger im Trikot des Teams Bora-hansgrohe in seiner gewohnt bescheidenen Art.

In Neuss haben vier Herren diese 18. Etappe der 106. Frankreich-Rundfahrt mit besonderem Interesse verfolgt. Denn seit dem späten Mittwochabend weiß der harte Kern des Neusser Radfahrervereins um dessen Vorsitzenden Stephan Hilgers, dass Emanuel Buchmann am kommenden Mittwoch in Neuss starten wird.

„Das ist der Hammer,“ sagt Hilgers, „da können wir Markus Fothen nur ein ganz großes Lob aussprechen.“ Der ehemalige Radprofi aus Büttgen-Vorst, der bei seiner ersten Tour de France vor 13 Jahren Platz 14 belegt hatte und als ähnliche Tour-Hoffnung galt wie jetzt Buchmann, hat bei seinem Debüt als Sportlicher Leiter des Radsportspektakels in der Neusser Innenstadt gleich Nägel mit Köpfen gemacht: Neben Buchmann sollen am Mittwoch weitere fünf Tour-de-France-Teilnehmer an der Startlinie auf der Kaiser-Friedrich-Straße stehen, darunter Vorjahressieger Nils Politt, der gerade Vater geworden ist. „Wir haben schon einen Strampelanzug für Mädchen gekauft,“ sagt NRV-Vize Barthel Winands mit Blick auf den 25 Jahre alten Kölner vom Team Katusha Alpecin, der schon als Jugendlicher bei der Tour de Neuss startete.

Eine Option für die Zukunft dürfte die Verpflichtung von Lennard Kämna sein, der mit seinen 22 Jahren auf den schweren Tour-Etappen die Weltspitze aufmischt: Am Sonntag bereits Sechster, musste er sich gestern nur Etappensieger Nairo Quintana (Kolumbien), dem Franzosen Romain Bardet und dem Kasachen Alexej Luzenko geschlagen geben. Als Vierter fehlten ihm nur knapp drei Minuten zum Etappensieg. „Ich bin superhappy damit. Der Galibier war der Hammer. Das ist das, worauf ich immer gehofft habe,“ sagte Kämna, der genau wie Tour-de-Neuss-Dauergast Nikias Arndt für das Team Sunweb fährt. Und dass der 22-Jährige in Bremen lebt, darüber dürfte Tour-Moderator Christian Stoll sicher schier aus dem Häuschen geraten – schließlich ist er Stadionsprecher beim dortigen Fußball-Bundesligisten namens Werder.

Rick Zabel, Teamkollege von Nils Politt bei Katusha-Alpecin, und Roger Kluge (Team Lotto-Soudal), dem als ehemaligen Bahnfahrer der enge Rundkurs gelegen kommen dürfte, komplettieren das Frankreich-Sextett. Emanuel Buchmann erhält Unterstützung durch die diesmal nicht vom Bora-Team für die Tour de France nominierten Andreas Schillinger und Michael Schwarzmann, Arndt und Kämna durch den unverwüstlichen Johannes Fröhlinger (34), der bei Gerolsteiner und Milram Teamkollege von Markus Fothen war.

A pro pos unverwüstlich: Besonders gefreut hat sich der Sportliche Leiter über den Anruf von Lars Teutenberg. Der „Altmeister“, der vier Wochen nach der Tour de Neuss 49 Jahre alt wird, will sich noch mal auf den Rundkurs wagen. „Und wenn der Lars das tut, dann hat er auch was drauf,“ sagt Markus Fothen und erinnert sich: „Der war für mich schon Vorbild, als ich noch Schülerfahrer war.“

Fünfzig Fahrer werden am Mittwoch um 19.15 Uhr an der Startlinie stehen, darunter weitere Lokalmatadore wie der Rosellener Dominik Bauer, der aktuell Deutscher Bergmeister der U23 ist und 2016 mit einem Überraschungscoup die Tour de Neuss gewann – vor Emanuel Buchmann, der damals Vierter wurde. Jetzt hoffen Stephan Hilgers und Co., dass ihr „Star“ am Sonntag heil und möglichst gut platziert in Paris ankommt. „Es gibt keinen Grund, dass es die nächsten Tage schlechter laufen sollte,“ sagte Emanuel Buchmann gestern. Na dann....