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Korschenbroich: Eltern kämpfen für Kita-Gruppe

Korschenbroich : Eltern kämpfen für Kita-Gruppe

Die Eltern – allen voran die Fördervereinsvorsitzende Anja Taube – kämpfen für den Erhalt der vierten Kindergruppe an St. Katharina in Glehn. Rund 16 000 Euro muss die Initiative selbst aufbringen. Noch fehlen 5000 Euro.

Den eigentlichen Kraftakt schulterten die Eltern bereits im Februar 2009. Das Bistum Köln setzte den Rotstift an. Damit sollte die vierte Gruppe des Katholischen Kindergartens St. Katharina Glehn ersatzlos gestrichen werden. "Wir konnten die Gruppe retten", weiß Anja Taube (35). Allerdings waren daran gleich mehrere Bedingungen geknüpft. Jetzt muss der Förderverein bis Ende Juli die noch fehlenden 5000 Euro zusammensammeln.

Zum Hintergrund: Das Erzbistum Köln hatte der Pfarrgemeinde St. Pankratius Glehn Ende Januar 2009 mitgeteilt, dass die vierte Kindergartengruppe aus Kostengründen geschlossen wird. Zusammen mit Pfarrer Michael Tewes, dem Kirchenvorstand und der Stadt hat die gläubige Christin nach einer Lösung gesucht. Anja Taube gründete den Förderverein "Eltern mit Herz für St. Katharina".

Ihr zur Seite stehen auch heute noch ihre Stellvertreterin Heike Schoppe sowie Sabine Reis Pires, Alexandra Wittwer, Andrea Jordans, Melanie Ahlenfelder, Katharina Fieck und Elke Küppers. "Einige von ihnen haben gar keine Kinder mehr in der Einrichtung, sie tragen aber weiter zu dem Erhalt der Kita-Gruppe bei", freut sich die Juristin über Solidarität und Engagement. Der Initiative ist es gelungen, die Eltern für einen freiwilligen Beitrag von zehn Euro im Monat zu begeistern.

Doch das reicht nicht: Mit den Einnahmen durch die Einmalspender liegt der Förderverein erst bei 9000 Euro. Die Frauen backen und basteln, und versuchen so die Einnahmen zu erhöhen. Auch die Glehner Bruderschaft hat jetzt 1000 Euro von ihrem allgemeinem Konto überwiesen. Die nächsten Aktionen, die im März anstehen, sind ein Trödelmarkt für Kinderkleider und ein Umpflanzmarkt.

Auch wenn Anja Taube noch so zuversichtlich klingt, manche schlaflose Nacht liegt bereits hinter ihr. Ihr Problem: "Neue Eltern, die die Hintergründe von 2009 nicht kennen, zu begeistern." Sie setzt auf die Eltern-Bereitschaft, auch künftig den freiwilligen Obolus zu entrichten und auf viele Ideen, um den fehlenden Betrag erwirtschaften zu können. Eine Kita-Gruppe verursacht Kosten von 80 000 bis 100 000 Euro. "80 Prozent der Summe trägt das Land, für den Rest stehen wir im Wort", weiß Heike Schoppe (36). Auch Heinz Josef Dick ist gefragt. Er befürwortet als Bürgermeister den Erhalt des Katholischen Kindergartens. Da die aktuelle Lösung zunächst bis 2014 gilt, will Dick bereits 2012/13 das Gespräch mit der Kirche suchen. "Wir können als Stadt nicht ein Wohngebiet für junge Familien ausweisen und dann nicht die Infrastruktur vorhalten", gibt er zu bedenken. Seine Prognose: Der Bedarf werde durch die angestrebte U-3-Betreuung kaum sinken.

(NGZ)