Basketball : Elephants zeigen Herz

Obwohl die neuformierte Mannschaft des Basketball-Regionalligisten aus Grevenbroich ihr Auftaktspiel gegen den Titelkandidaten VfL AstroStars Bochum mit 87:98 verlor, gingen die Zuschauer nicht unzufrieden nach Hause.

Die NEW Energie Elephants haben sich für diese Saison gleich zwei Aufgaben gestellt: Zum einen wollen sie, passend zum ausgerufenen Motto "Back to Emotion", die Zuschauer mit ans Herz gehenden Auftritten zurück in die Halle bringen, zum anderen ist ihnen natürlich daran gelegen, in der Regionalliga erfolgreich Basketball zu spielen. Nun, gegen den VfL AstroStars Bochum wusste die komplett neuformierte Mannschaft die rund 450 Zuschauer mit einer beherzten Vorstellung für sich einzunehmen. Dass mit der 87:98-Niederlage (Halbzeit 41:49) der Ertrag noch ausblieb, schien am Samstagabend bei allen Beteiligten darum fast Nebensache.

Hartmut Oehmen, Architekt der von ihm trainierten Truppe gewann dem Ergebnis sogar noch eine positive Note ab. Mit Blick auf seine Profis Tim Pierce (USA) und dem erst am vergangenen Montag verpflichteten Aufbauspieler Sasa Vural, ein Serbe mit schwedischem Pass, sagte er: "Jetzt haben sie gesehen, wie gut in dieser Liga Basketball gespielt wird und sie wirklich alles geben müssen." Dass es trotz beachtlicher Leistung nicht zum Sieg gelangt hatte, machte der während des Spiels extrem impulsive Coach an drei Dingen fest. "Bochum ist ja keine Mickey-Mouse-Truppe, sondern für mich mit Iserlohn der Topfavorit auf den Aufstieg." Dazu fehlte seinen Mannen im mit 19:28 verlorenen ersten Viertel die nötige Intensität. "Da waren wir nicht bereit, an die Schmerzgrenze zu gehen", haderte Oehmen. Und schließlich müssen Tim Pierce, Raed Mostafa, Sasa Vural & Co. allgemein in der Verteidigung deutlich zulegen. "Ich weiß auch nicht, warum wir das heute nicht hinbekommen haben", rätselte Oehmen. Vor allem Patrick Schiele, ansonsten der Prototyp des selbstlosen Malochers, wirkte übermotiviert und erwies den Elephants damit einen Bärendienst.

Klasse fand Oehmen indes, dass seine Schützlinge dem personell tief besetzten Titelkandidaten über drei Viertel hinweg ernsthaft Paroli geboten hatten. Selbst nach klaren Rückständen arbeiteten sie sich immer wieder heran. So von 25:37 (14.) auf 36:38 (17.) oder von 41:56 (21.) auf 63:69 (29.). Großen Anteil daran hatte Bastian Becker, der im Angriff nicht nur 18 Punkte auflegte, sondern darüber hinaus in der Defensive Bochums US-Amerikaner Ryon Howard (nur 15 Punkte) an die Kette legte. "Für mich war er auf unserer Seite der Mann des Spiels", lobte Oehmen.

Der Titel des Matchwinners aber ging ohne Zweifel an Cham Korbi. Der Tunesier mit deutschen Pass markierte 29 Punkte und führte damit die Garde der erstklassigen Distanzschützen der AstroStars (Wenningkamp - 21/3, Abraham - 14/2) an. Dennoch brach Bochums Trainer Kai Friedrich nicht unbedingt in Euphorie aus. Seine Bilanz: "Das war ordentlich. Fürs erste Spiel bin ich ganz zufrieden. Korbi hat ein überragendes Spiel gemacht."

(NGZ/ac)