Basketball: Elephants verzichten auf Aufstieg

Basketball: Elephants verzichten auf Aufstieg

Weil die nach dem Ausstieg des Namenssponsors entstandene Deckungslücke von 50 000 Euro im Etat trotz größter Mühe nicht geschlossen werden konnte, nehmen die als Vizemeister sportlich qualifizierten Elephants Grevenbroich ihr Startrecht in der 2. Basketball-Bundesliga (Pro B) nicht wahr.

Die Entscheidung fiel am späten Samstagnachmittag: Die Elephants nehmen den ihnen als Vizemeister der Basketball-Regionalliga West zustehenden Platz in der Zweiten Bundesliga (Pro B) nicht an. "Wir kriegen es wirtschaftlich nicht gestemmt, dadurch hätten wir die Zukunft des gesamten Vereins gefährdet", begründete Geschäftsführer Hubert Fußangel.

Eigentlich hatte sich der aus Dr. Friedrich W. Korsten, Ulrich Weinz und Hubert Fußangel bestehende geschäftsführende Vorstand der Elephants darauf verständigt, diesen Entschluss erst nach einer für den kommenden Dienstag angesetzten Sitzung publik zu machen. Weil jedoch der in die 2. Liga aufgerückte BSV Wulfen die frohe Kunde bereits gestern auf seiner Homepage verkündete, verbreitete sich die Nachricht wie ein Lauffeuer. Fußangel, zurzeit gemeinsam mit Korsten per Hausboot auf der Müritz in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs, sah sich darum auf Nachfrage dieser Zeitung früher als geplant gezwungen, Stellung zu nehmen.

Nach dem Ausstieg der Konstantin-Gruppe als Namenssponsor sei die entstandene Deckungslücke in Höhe von 50 000 Euro nicht zu schließen gewesen, führte der Geschäftsführer aus. "Wir hatten die Politik gebeten, uns Türen in die Großindustrie zu öffnen, aber das hat nichts gebracht." Dabei, ergänzt Weinz, sei der Verein sogar bereit gewesen, ein höheres wirtschaftliches Risiko als in der vergangenen Saison zu schultern. "Und hätten wir die Lücke im Etat auf 25 000 Euro reduzieren können, wären wir das Wagnis auch eingegangen. Dass es jetzt nicht geklappt hat, frustriert uns alle sehr, schließlich haben wir drei Jahre für dieses Ziel gearbeitet."

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Zuletzt lief den Elephants einfach die Zeit davon. Zwar läuft die Erklärungsfrist für die 2. Liga erst am 30. Juni ab, doch das Startrecht für die Regionalliga musste bis zum 31. Mai beantragt werden. Ob der Verein dort weiter spielen wird, entscheidet sich freilich erst am Dienstagabend. Dann soll auch Trainer Heimo Förster, dessen Vertrag noch bis 2011 läuft, gehört werden. Der ehemalige Bundesliga-Akteur wollte sich gestern nicht äußern. "Mich hat die Entscheidung auch überrascht. Ich muss aber erst mit dem Vorstand sprechen, vorher kann ich dazu nichts sagen." Für Fußangel wäre es indes eine "Riesenenttäuschung, wenn er nicht weitermachen würde, auch menschlich, denn das ist nicht seine Art". Für Korsten steht derweil fest, dass, wenn die Sponsoren dem Verein auch unter den veränderten Rahmenbedingungen die Stange hielten, "wir die Regionalliga stemmen könnten". Oberste Maxime bleibe dabei stets, so Weinz, "dass die Jugendarbeit nicht gefährdet wird".

In Zukunft werden die Elephants wohl kleinere Brötchen backen. Fußangel kündigte gestern jedenfalls an: "In den zwei Jahren, die ich noch im Amt bin, werden wir den Aufstieg in die 2. Liga nicht mehr in Angriff nehmen. Damit würden wir uns ja gegenüber unseren Sponsoren und den Fans unglaubwürdig machen."

(NGZ)
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