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Elephants unterliegen trotz ansprechender Leistung auch der BG Hagen

Basketball : Elephants gehen kämpfend in ungewisse Zukunft

Im möglicherweise vorletzten Heimspiel als Basketball-Regionalligist unterliegen die Grevenbroicher der BG Hagen mit 95:106.

Sieht so das nahende Ende aus? Der Vorsitzende Holger Groß ebenso nicht in der Halle wie Manager Hartmut Oehmen (beide hatten sich erkältet abgemeldet), eine Geisterkulisse – auch aus Angst vor dem in diesen Tagen (gefühlt) allgegenwärtigen Corona-Virus verloren sich auf der Tribüne am Torfstecherweg in Gustorf nur noch rund 100 Zuschauer – und eine trotz aller Mühen letztlich chancenlose Mannschaft, die nur deshalb dem Abstieg entgeht, weil Haspe und Essen noch schwächer sind.

Die 95:106-Heimschlappe (Halbzeit 45:50) der einstmals so stolzen NEW’ Elephants gegen die BG Hagen zwang praktisch zur lange undenkbaren Frage: Könnte das die Saison abschließende Heimspiel am 14. März gegen die RheinStars Köln tatsächlich der letzte Auftritt der Grevenbroicher nach insgesamt anderthalb Jahrzehnten in der Basketball-Regionalliga West sein? Charly Fischer, auch in seiner Funktion als Geschäftsführer die „gute Seele“ des Vereins, mag sich da mit Blick auf die vom neuen Vorstand vor einem Jahr überraschend geerbten Altlasten nicht festlegen, kündigte aber an: „Das entscheidet sich unter Umständen noch in dieser Woche.“

In den von ihm vor jedem Heimspiel fabrizierten „Elephants News“ kündigt Oehmen, als Zweiter Geschäftsführer ebenfalls Mitglied der Vorstandsmannschaft, schon mal (noch) vorsichtig an: „Einen gewissen Neustart muss es ab der Saison 2020/2021 aber ohnehin geben.“ Im vergangenen Jahr sei es im Grunde nur darum gegangen, Altlasten aufzuarbeiten und den Spielbetrieb am Laufen zu halten. „Perspektivische Zukunftsarbeit, die sich der neue Vorstandschef Holger Groß ursprünglich auf die Fahne geschrieben hatte, musste notgedrungen hintenanstehen.“ Fischer glaubt indes nach wie vor an den Nachfolger des vor zwölf Monaten nach 20 Jahren an der Klubspitze ausgeschiedenen Dr. Friedrich W. Korsten. „Es gibt im Verein wohl keinen, der in letzter Zeit mehr für die Elephants getan hat als er.“

Auch die Spieler gehen ihrem Job in so vorbildlicher Manier nach, dass es Coach Jason Price trotz der einschließlich WBV-Pokal nun neun Pflichtspielniederlagen in Folge ans Herz geht. „Es macht mich stolz, Trainer dieser Mannschaft sein zu dürfen.“ Was er damit meint, zeigte die Partie gegen Hagen. Ja sicher, eine wirkliche Chance, dieses Duell zu gewinnen, hatten die Gastgeber um ihren Capitano Basti Becker (20 Punkte) nicht. „Wir halten oft gut mit, aber am Ende reicht es halt nicht“, räumte Max Boldt selbstkritisch ein. Doch aufgeben ist was für Warmduscher. Akteure wie Becker, Boldt, der ebenso wie Gideon Schwich (18 Punkte/18 Rebounds) zu jedem Spiel und jedem Training aus Aachen anreist, David Markert, Simon Königs und der wiedererstarkte Nino Janoschek könnten das deutsche Fundament des neuen Kaders bilden. Dazu müssten die Elephants indes die wahrscheinlich größte Krise seit fast einem Vierteljahrhundert meistern.
Grevenbroich: Harper (13), Ebiballari (3), Boldt (2), Janoschek (15), Königs (8), Schwich (18), Becker (22), Markert (14), Montag
Hagen: Ligons (26), Zdravevski (12), Zahner-Gothen (2), Opitz (2), Fritze (17), Spitale (2), Nedzinskas (23), Giese (15), Kortenbreer (4), Schlink (3)
Viertel: 18:23, 27:27, 26:28, 24:28
Zuschauer: 100