Basketball: Elephants sind maximal gefordert

Basketball : Elephants sind maximal gefordert

Morgen tritt Grevenbroich im Topspiel der Basketball-Regionalliga beim Tabellenzweiten RheinStars Köln an, keine 24 Stunden später geht es vor heimischem Publikum gegen Spitzenreiter UBC Münster um den Einzug ins Pokal-Halbfinale.

Man stelle sich diese Spielansetzung in der Fußball-Bundesliga vor: Am Samstagabend tritt Bayer Leverkusen als Tabellendritter beim Zweiten VfL Wolfsburg an. Und am darauffolgenden Tag steht in der BayArena das Viertelfinale im DFB-Pokal gegen Spitzenreiter Bayern München auf dem Programm. Ein Ding der Unmöglichkeit. Doch genauso sieht tief im Westen das Wochenende für den Basketball-Regionalligisten NEW' Elephants aus: Morgen Abend sind die Grevenbroicher in der Liga Gast der RheinStars Köln (19 Uhr, ASV-Sporthalle am Roman-Kühnel-Weg in Müngersdorf), am Sonntag (19.30 Uhr) empfängt der Titelverteidiger im Viertelfinale des WBV-Pokals den Regionalliga-Primus UBC Münster. "Ein geiles Wochenende", sagt Trainer Hartmut Oehmen lachend.

Fast schon vergessen ist darüber die 83:88-Heimpleite gegen die Giants Düsseldorf, mit der am vergangenen Samstag die beeindruckende Serie von 13 Siegen in Folge (zehn in der Liga, drei im Pokal) abrupt zu Ende gegangen war. Platz eins dürfte damit futsch sein, denn Münster hat nun nicht nur vier Punkte mehr auf dem Konto als Grevenbroich, sondern auch den direkten Vergleich gewonnen. Doch weil Oehmen schon lange im Geschäft ist, weiß er genau, dass unter Umständen auch mit Rang zwei noch Staat zu machen ist. Den hätten die nur zwei Zähler zurückliegenden Elephants mit einem Sieg in der Domstadt vorerst sicher. Oehmen: "Köln muss nächste Woche nach Münster. Für die ist das gegen uns schon ein Endspiel." Die Gefechtslage im Titelkampf stellt sich für ihn folgendermaßen dar: "Wenn man Erfolg kaufen könnte, wäre Münster nicht Erster und wir nicht Dritter, sondern Köln Erster und Schalke Zweiter." Als Beweis führt er die Personalie David Downs an: Den US-Profi holten die RheinStars kurz nach der Weihnachtspause direkt aus der ersten ukrainischen Liga (Superleague). "Und obwohl der mehr verdient als unsere Imports Dainius Zvinklys, Marko Boksic und Davon Roberts zusammen, haben die in Omari Knox ihren Topscorer behalten - aber nur fürs Training. Weil immer nur ein Amerikaner auf dem Spielbogen stehen darf, sitzt er während der Spiele nun auf der Tribüne." Dabei war Knox im Hinspiel mit 21 Punkten vor der Halbzeitpause noch der Matchwinner für den ambitionierten Neuling gewesen.

Trotzdem hätte es für die Elephants nach den beiden Siegen im Finale des WBV-Pokals sogar fast noch zum dritten Erfolg hintereinander gereicht: Zwei Sekunden vor Schluss hätte Markus Hallgrimson die Gastgeber per Dreier mit 78:77 nach vorne werfen können, doch der ehemalige Kölner verfehlte, das Match ging vor 800 Zuschauern mit 75:77 verloren. Doch im Kampf um den angestrebten Aufstieg in die 2. Bundesliga (Pro B) überlassen die RheinStars nichts dem Zufall. Nach der sensationellen 94:103-Niederlage am 6. Dezember in Dorsten und dem daraus resultierenden Rücktritt von Coach Mario Kyriasoglou machten sie dessen Co-Trainer Johannes Strasser zum Chef. Unter dem langjährigen Bundesliga-Profi ist die mit Hochkarätern gespickte Mannschaft noch ungeschlagen. Was ihn und sein Team morgen erwartet, weiß Strasser genau: "Grevenbroich ist eines der bestbesetzten Teams in der Regionalliga."

(NGZ)
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