Coach Raphael Wilder: "Wir müssen gewinnen!": Elephants hilft gegen Wolfenbüttel nur ein Sieg

Coach Raphael Wilder: "Wir müssen gewinnen!" : Elephants hilft gegen Wolfenbüttel nur ein Sieg

Beim Blick auf die Tabelle der Zweiten Basketball-Bundesliga Nord müsste es dem Neuling allmählich mulmig werden, schließlich ist Wolfenbüttel auf den verletzten Platz nur noch zwei Punkte entfernt. Dass Grevenbroich beim 83:90 in Bremen am vergangenen Wochenende sein "bestes Spiel in dieser Saison" abgeliefert hat (Wilder), zählt nun nichts mehr, wenngleich die Erinnerung Mut macht. Samstagabend gegen Wolfenbüttel darf sich Whitney Harris (links) keine Auszeit genehmigen, denn die Stärke der Gäste liegt eindeutig auf der Centerposition. NGZ-Foto: M. Reuter --->

Beim Blick auf die Tabelle der Zweiten Basketball-Bundesliga Nord müsste es dem Neuling allmählich mulmig werden, schließlich ist Wolfenbüttel auf den verletzten Platz nur noch zwei Punkte entfernt. Dass Grevenbroich beim 83:90 in Bremen am vergangenen Wochenende sein "bestes Spiel in dieser Saison" abgeliefert hat (Wilder), zählt nun nichts mehr, wenngleich die Erinnerung Mut macht. Samstagabend gegen Wolfenbüttel darf sich Whitney Harris (links) keine Auszeit genehmigen, denn die Stärke der Gäste liegt eindeutig auf der Centerposition. NGZ-Foto: M. Reuter --->

Besonders gefreut hat den Trainer, dass bei Martin Trefzger in der Offensive endlich wieder der Knoten geplatzt ist. In der zweiten Hälfte versenkte der 28-Jährige fünf von acht Drei-Punkte-Würfen im Netz, zeigte damit, was möglich ist, wenn die Quote aus der zweiten und dritten Reihe stimmt. Dass seine Schützlinge in den beiden letzten Minuten den 83:78-Vorsprung noch verspielten, schiebt Wilder auf die Unerfahrenheit der Mannschaft auf diesem Spielniveau zurück.

"In der Regionalliga hätten wir das Spiel locker gewonnen." Gegen Wolfenbüttel sollte die Leistung vom Bremen-Spiel allemal ausreichen, doch Wilder ist lange genug im Geschäft, um zu wissen, dass sich diese Form nicht beliebig oft abrufen lässt. Darum hat er seine Schützlinge unter der Woche hart rangenommen, ließ am Montag und Dienstag jeweils drei Stunden trainieren und bat auch Freitag wieder in die Halle. Für einen Silvesterkater ist im unerbittlichen Abstiegskampf der 2. Liga keine Zeit.

Immerhin weiß er, wie der Gegner zu packen ist. Es gilt vor allem die beiden überragenden Center Peter van Rij und Tomas Hruby an die Kette zu legen, die auf ihrer Position, so Wilder, "das beste sind, was die Liga zu bieten hat. Sie treffen hochprozentig, auch von der Freiwurflinie, machen gemeinsam auch schon mal mehr als 60 Punkte". Wie stark der gerade erst verpflichtete Slowake Dusan Snopko (1,95 Meter) ist, weiß so recht niemand. Ansonsten stellt Wolfenbüttel eine solide Mannschaft, aus der bestenfalls noch der bundesligaerfahrene Derrick Freeman (TTB Trier), ein 34-jähriger US-Amerikaner mit deutschem Pass, herausragt.

Um den Aufbau kümmert sich Rodney Scruggs (kam aus Rhöndorf), gegen Essen überzeugte außerdem der junge Henje Knopke, der Topscorer Dedrick Dye weitestgehend aus dem Spiel nahm und dabei noch Zeit fand, acht Punkte zu erzielen. Ein Kader, der den Elephants keine Angst einjagen sollte. Wilder jedenfalls ist von seiner Mannschaft überzeugt. "Wenn wir aggressiv verteidigen, werden wir gewinnen, denn als Mannschaft sind wir besser."

Ersetzen muss er lediglich Elmar Reder, dessen Probleme am Knie partout nicht weichen wollen. "Unter Belastung schwillt es jedes Mal dick an, und keiner weiß warum", berichtet Wilder. Mit dem Heimspiel gegen die Wolfenbüttel Dukes beginnt für die Elephants ein für den Klassenerhalt ganz entscheidender Monat: Nächste Woche geht es zum Abschluss der Hinrunde nach Iserlohn, wo es wahrscheinlich wenig zu holen geben dürfte.

Danach folgen drei Schlüsselspiele in Folge: Beim erstarkten Schlusslicht SG Braunschweig, das seit der Verpflichtung des amerikanischen Scharfschützen Dave Esterkamp (in der Regionalliga lehrte er die Elephants schon im Trikot des FC Schalke 04 das Fürchten), trotz des Abzuges von vier Punkten am Ende der Saison mittlerweile wieder zu einer echten Bedrohung geworden ist, muss unbedingt ein Sieg her. Auch gegen den TuS Lichterfelde, bei dem der bislang einzige Auswärtserfolg gelang, sollten zwei Punkte Pflicht sein.

Auch noch in den Januar fällt der Auftritt des Mitaufsteigers Lok Bernau am Torfstecherweg. Sollten aus diesen fünf Partien 8:2 Punkte herausspringen, wäre die Welt für die Elephants im Abstiegskampf wohl wieder in Ordnung. Dazu muss der Neuling allerdings individuell deutlich zulegen. In den Rankings - hier listet die Liga die besten zehn Spieler in den Kategorien Ballgewinne, Freiwürfe, Punkte, Rebounds, Einsatzzeit sowie Zwei- und Drei-Punkte-Würfe auf - findet sich nach 13 Spieltagen nur ein Akteur aus Grevenbroich wieder.

Sergejs Kiselovs, der in Bremen endlich mal wieder zu überzeugen wusste, ist mit einer Quote von 80,95 Prozent der sicherste Schütze aus der Nah- und Mitteldistanz. Von 42 Versuchen brachte der Lette 34 im Korb unter. Doch auch das ist verbesserungswürdig. Zahlen und Statistiken interessieren Raphael Wilder allerdings nicht die Bohne. "Hauptsache, wir gewinnen."

(NGZ)
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