Elephants Grevenbroich: Elephants gehen am Stock

Elephants Grevenbroich : Elephants gehen am Stock

Von Dirk Sitterle

Von Dirk Sitterle

Das Basketball-Duell zwischen den Hertener Löwen und den Elephants Grevenbroich Samstag Abend (19.30 Uhr) in der kuscheligen Sporthalle der Gesamtschule an der Fritz-Erler-Straße, in die genau 1049 Zuschauer hinein passen, hatte alle Ingredienzen für einen echten Hit.

Schon in der Regionalliga lieferten sich die beiden Klubs erbitterte Kämpfe, sowohl Löwen als auch Elephants können auf lautstarke und begeisterungsfähige Fans bauen. Da der Neuling als Tabellensiebter der 2. Liga Nord satte sechs Punkte mehr auf seinem Konto hat als die Gäste, steht für den Grevenbroicher Coach Raphael Wilder aber fest: "Herten ist der haushohe Favorit."

Die recht eindeutige Rollenverteilung macht Wilder allerdings auch an den ganz massiven Personalproblemen der Elephants fest: Flügel Jörg Rottgardt beginnt nach seinem Fußbruch in dieser Woche mit der Rehabilitation, Aufbauspieler Anton Dornhof wird Freitag in der Universitätsklinik Düsseldorf die gebrochene Nase gerichtet - für ihn ist das Basketball-Jahr 2005 bereits beendet. Rico Grier, der sich beim 99:103 gegen Hagen böse den Knöchel verdrehte, aber trotzdem volle 40 Minuten auf dem Feld stand, setzte bis Mittwoch mit dem Training aus, ebenfalls angeschlagen sind Sergej Dornhof (Schmerzen am Sprunggelenk), Thomas Soltau und Matthias Wojdyla (lag Donnerstag mit Fieber im Bett).

Auflaufen werden sie Samstag zwar ebenso wie Center Franz-Josef Grips nach zweiwöchiger Verletzungspause, doch was Wilder Sorge bereitet, ist die fehlende Intensität im Training. "Diese ständigen Ausfälle zermürben und frustrieren die Mannschaft zunehmend." Das ist nicht gut, beschäftigt Herten immerhin gleich vier Profis.

"Und das, obwohl die angeblich kein Geld haben", wundert sich Wilder. Besonders angetan ist er vom US-Amerikaner Patrick Flomo (17 Punkte und elf Rebounds im Schnitt), der pro Partie 3,2 Würfe blockt und damit in dieser Wertung die Liga anführt. Der beste Punktesammler bei den Löwen ist sein Landsmann Terren Harbut (23), dazu kommt er durchschnittlich noch auf satte 8,6 Rebounds.

Die Startformation der Hausherren ergänzen im Aufbau der starke Verteidiger Johannes Tesfaldet (11,1 Punkte) und der Ex-Hagener Marko Radulovic (11,9), der darüber hinaus ein recht passabler Drei-Punkte-Schütze ist, sowie der vor allem in der Nähe der Bretter operierende Sebastian Schröter. "Das ist eine defensivstarke, kompakte, clevere und vor allem eingespielte Mannschaft", fasst Wilder zusammen. Ihr entscheidender Vorteil gegenüber den Elephants: Die Löwen "spielen mit sehr viel Selbstvertrauen, haben gelernt zu gewinnen" (Wilder) und behalten auch in engen Spielen die Übersicht.

So triumphierten die Mannen von Trainer Igor Krizanovic in Braunschweig (76:67) und Iserlohn (91:84), patzten vor heimischem Publikum zwar am zweiten Spieltag gegen SW Essen (65:67), schlugen dafür aber Wolfenbüttel (68:64), Cuxhaven (97:89) und sogar den FC Schalke 04 (84:81). Seinen in dieser Saison bislang vom Pech verfolgten Schützlingen empfiehlt Wilder darum, ihr Hauptaugenmerk auf die Abwehr zu richten: "Wir müssen uns mit Herten wohl auf eine Defensivschlacht einlassen, denn im Angriff könnten wir Probleme bekommen."

Obwohl er die Elephants in Herten nur als krassen Außenseiter sieht, will er die Partie nicht schon im Vorfeld als verloren abhaken. "Wir haben uns vorgenommen, da zu gewinnen - eine Chance dazu haben wir definitiv. Wir dürfen uns von unseren Problemen einfach nicht unterkriegen lassen." Der erste Auswärtssieg der Saison würde Grevenbroich auch mit Blick auf die kommenden Wochen durchaus gut zu Gesicht stehen. Schließlich geht es bis Weihnachten noch gegen die Mönchengladbach Lions, Dragons Rhöndorf und die BG Göttingen.

(NGZ)
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