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Basketball: Elephants - eine total verrückte Truppe

Basketball : Elephants - eine total verrückte Truppe

Doppelsieg: Die Basketballer gewinnen in Köln das Duell auf dem Parkett - die Grevenbroicher Fans das auf der Tribüne.

Diese Mannschaft ist total verrückt! Da legt sie in der Liga, so Trainer Hartmut Oehmen, "die schlechteste Saison seit zehn Jahren hin", aber eine ganze Stadt feiert die Basketballer der NEW' Energie Elephants. Für das, was am Sonntag beim mit dem 62:58-Sieg über die RheinStars unter Dach und Fach gebrachten Triumph im WBV-Pokal geschah, hatte Oehmen auch am Morgen danach nur ein Wort: "überragend." Seine Stimme war da immer noch weg, nahezu komplett verschlissen beim Versuch, mit seinen Spielanweisungen das Geschrei von 750 Zuschauern in der proppenvollen Sporthalle Nippeser Tälchen zu übertönen. Und auch auf der Tribüne führten die Grevenbroicher das Kommando. Dafür gab es ein dickes Lob vom in der Schlossstadt auch fürs Marketing zuständigen Oehmen: "Als Auswärtstruppe die Halle zu übernehmen, ist überragend. Ein Dankeschön an unsere unglaublichen Fans."

In dieser Atmosphäre blühte auch ein Sorgenkind wie Raed Mostafa förmlich auf. Der für seine Auftritte zwischen Phlegma und Genie berüchtigte Basketball-Künstler hatte in der Domstadt für jedes Problem die richtige Lösung parat. Und weil als sicher gilt, dass Oehmen auch in der kommenden Spielzeit in Grevenbroich die Fäden zieht, steht für Mostafa fest: "Ich will nirgendwo anders spielen als bei den Elephants." Das Pokalfinale brachte zudem einen schon fast Vergessenen zurück auf die große Bühne: Alexander Laschewski, der in dieser Saison hinter den "Stars" John Bynum, Farid Sadek und Dave Boykin nie die Wertschätzung erfahren hatte, die ihm eigentlich gebührt, bekam gegen die RheinStars die Einsatzzeiten, "die er verdient hat", betont Oehmen und lobt: "Was er im wichtigsten Spiel der Saison gezeigt hat, war überragend." Nicht unerwähnt lassen wollte er außerdem die Defensivleistung seiner Jungs, die in Köln das dritte Pflichtspiel binnen drei Tagen zu absolvieren hatten. "Wenn du eine Mannschaft wie die RheinStars auf 58 Punkten hältst, weißt du, wie wir verteidigt haben. Besser kannst du das nicht machen." Viel zu oft hatten die Erftstädter in den vergangenen Monaten scheinbar sichere Führungen in der zweiten Hälfte noch aus der Hand gegeben. Darum schickte der Coach sein Team nach dem 39:27 zur Pause mit folgendem Auftrag zurück aufs Parkett: "not tonight", nicht heute Abend!

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Als die große Sause nach dem Schlusspfiff vorbei war und die ortsunkundigen Grevenbroicher in der Domstadt auf die Schnelle kein Restaurant nach ihrem Geschmack fanden, ging es zurück in die Heimat, um den Abend gemeinsam mit den Fans in der Vereinsgaststätte "Jägerhof" in Orken ausklingen zu lassen. Obwohl Bastian Becker gestern seinen 25. feierte, sei gegen Mitternacht aber schon alles vorbei gewesen, verrät Oehmen: "Die Jungs waren ziemlich platt und mussten ja am nächsten Tag arbeiten." Für ihn begann der Morgen danach mit ungezählten Telefonaten und einem Erkältungsbad. Seine Truppe sieht der Krefelder erst nach Ostern wieder. "Dann treffen wir uns, um einmal die Woche zu zocken."

(NGZ)